Dienstag, 3. Februar 2026

Sichere Software für die Verwaltung

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Moderne Verwaltungen, Schulen, Krankenhäuser oder Verkehrsnetze – sie alle funktionieren heute nur noch mit Software. Längst ist die Bereitstellung digitaler Infrastruktur für einen Staat daher systemrelevant. In Zeiten globaler Spannungen und zunehmender Cyberangriffe ist es daher umso wichtiger, dass diese Infrastruktur vom Staat so gut wie möglich selbst geschaffen wird, um Hoheit über Daten zu behalten und Sicherheitsaspekte zu gewährleisten.

Das ist in Deutschland aktuell nicht der Fall: Rund 96 Prozent der Beamt*innen der deutschen Verwaltung nutzen Lösungen von Microsoft, einem großen US-Anbieter. Das bringt Risiken mit sich. Nicht immer ist der gesamte Quellcode einsehbar. Nicht immer ist klar, wo die Daten genau landen. Und vor allem: Im Ernstfall ist nicht garantiert, dass sicherheitsrelevante Updates weiter zur Verfügung gestellt werden. Mit verschiedenen Initiativen versucht das Zentrum für Digitale Souveränität der Öffentlichen Verwaltung (ZenDiS) hier entgegenzuwirken. 

Gegründet 2022, hat das Bundesunternehmen den Auftrag, Bund, Länder und Kommunen in ihrer Digitalen Souveränität zu stärken. Sie sollen dazu befähigt werden, sich aus kritischen Abhängigkeiten von großen Anbietern zu lösen. Dazu stellt das ZenDiS neben Kompetenzen, Services und Beratung auch eine Kooperations- und Entwicklungsplattform sowie leistungsfähige, skalierbare und leicht zugängliche Open-Source-Lösungen bereit.

Das Herzstück für diese Anstrengungen ist die Plattform openCode (opencode.de). Sie ist die erste bundesweite Plattform, auf der die die Öffentliche Verwaltung über alle Ebenen hinweg – vom Bund über die Länder bis zu den Kommunen – gemeinsam an Digitalprojekten arbeiten kann. Konkret bedeutet das: Auf openCode kann Software gemeinsam entwickelt, geteilt und nachgenutzt werden. So können Verwaltungen die Arbeit anderer kostenlos für sich nachnutzen und gegebenenfalls adaptieren und ineffiziente Parallelentwicklungen werden vermieden.

(Foto: ZenDiS)

Auf openCode hat das ZenDiS Standards etabliert, um dafür zu sorgen, dass die Software wirklich unabhängig, sicher und souverän ist.  

  • Open Source als Grundlage: Der Quellcode der Software ist offen zugänglich. Dadurch lassen sich Fehler schneller erkennen, Abhängigkeiten besser nachvollziehen und Risiken frühzeitig minimieren.
  • Badge-System: openCode prüft die auf der Plattform liegenden Softwareprojekte nach bestimmten Kriterien und erzeugt auf dieser Basis digitale Gütesiegel – sogenannte “Badges”. Die Badges werden im Softwareverzeichnis angezeigt und machen die Qualität der Software in Bezug auf Sicherheit, Wartung und Nachnutzung transparent.
 Jedes Badge basiert auf einer Reihe von Kriterien, die das Softwareprojekt erfüllen muss, um das Siegel zu erhalten.

Insgesamt verfolgt openCode das Ziel, Digitale Souveränität für die Verwaltung erreichbar zu machen. Neben konkreten Softwareprojekten findet auch Wissenstransfer und Erfahrungsaustausch auf opencode.de statt, um den Auf- und Ausbau von Open-Source-Kompetenzen zu fördern. Mit insgesamt 7.000 Nutzenden und mehr als 3.000 Projekten hat sich openCode bereits zu einem zentralen Anlaufpunkt für die Open-Source-Community der Verwaltung etabliert.


Lutz Niemeyer ist Kommunikationsmanager beim ZenDiS. Seit mehreren Jahren begleitet er als Redakteur die Digitalisierung der Deutschen Verwaltung.

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