Donnerstag, 1. Dezember 2022

Der Arbeitskreis „Junge Sicherheitspolitiker“ der Bundesakademie für Sicherheitspolitik

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„Treffen sich ein BWLer, ein Germanist und ein Politologe… Ein Witz? Kein Witz!“ So warb vor einigen Jahren eine große internationale Unternehmensberatung um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Werbebotschaft lässt sich noch heute damit übersetzen, dass nur mit fachlicher Vielfalt die besten Lösungen erarbeitet werden. So verhält es sich auch mit dem 2015 gegründeten Arbeitskreis „Junge Sicherheitspolitiker“ der Bundesakademie für Sicherheitspolitik (BAKS). Der Arbeitskreis führt junge Führungskräfte aus unterschiedlichen Institutionen zusammen – darunter Ministerien und Behörden, Think Tanks, Bundeswehr, Polizei, Universitäten, Verbände und Unternehmen sowie kirchliche und zivilgesellschaftliche Organisationen. Der Arbeitskreis bietet ihnen die Möglichkeit, sicherheitspolitische Themen zu analysieren, miteinander zu diskutieren und Lösungsvorschläge für aktuelle Fragen zu erarbeiten. Damit spiegelt er den Vernetzten Ansatz deutscher Sicherheitspolitik wider, den die BAKS als zentrale Weiterbildungsstätte der Bundesregierung vermittelt. Dieser sieht vor, dass sich die Arbeit von Sicherheitsbehörden wie Polizei, Bundeswehr und Nachrichtendiensten sowie weiteren an Sicherheitsfragen beteiligten Behörden untereinander, aber auch mit zivilgesellschaftlichen Organisationen und weiteren Institutionen ergänzt.

Junge Führungskräfte vernetzen – so früh wie möglich

Neben der gemeinsamen inhaltlichen Arbeit leistet der Arbeitskreis gerade zu dieser Vernetzung einen Beitrag, indem er jungen Führungskräften frühzeitig den Aumünstausch untereinander auf Augenhöhe ermöglicht. Das Aufnahmeprocedere für die Mitgliedschaft ist anspruchsvoll: Bewerben können sich nur Personen, die durch ihren jeweiligen Arbeitgeber beim Präsidenten der BAKS nominiert wurden. Das Höchstalter liegt bei 36 Jahren. Für den öffentlichen Dienst ist die Zugehörigkeit zur Laufbahn des höheren Dienstes eine weitere Voraussetzung. Erst nach Nominierung, Bewerbung und einem Kennenlerngespräch wird entschieden, wer in den Kreis aufgenommen wird. Maximal 30 Personen können zugleich aktive Mitglieder sein, und pro Jahr stehen maximal zehn Plätze für Neuaufnahmen zur Verfügung. So treten jedes Jahr neue Persönlichkeiten aus dem sicherheitspolitischen Umfeld dem Arbeitskreis bei, während die aktive Zeit für jedes Mitglied nach drei Jahren endet. Dadurch wird eine konsequente Förderung neuer Köpfe erreicht, während zugleich der Kreis der Ehemaligen stetig wächst. Die begrenzte Gruppengröße trägt zugleich zur didaktischen Qualität der Zusammenarbeit bei.

Ein Jahresthema und fünf Sitzungen

Die Mitglieder treffen sich jährlich fünfmal zu jeweils ein- bis zweitägigen Sitzungen. Ein wichtiges Kriterium für diesen bei der Gründung des Arbeitskreises festgelegten und seitdem bewährten Rhythmus ist die Vereinbarkeit mit der Berufstätigkeit. Das Arbeitskreisjahr beginnt mit einer Auftaktsitzung zu Jahresbeginn, in welcher das von der BAKS festgelegte Jahresthema eingeführt wird. Dieses Jahr geht es um sichere Handelswege, von denen Deutschland als Industrieland und Exportnation in vielfacher Weise abhängt. Zuvor standen Digitalisierung und Sicherheitspolitik, die Regulierung autonomer Waffensysteme und Politikvermittlung im Zeitalter von Fake News und Populismus im Zentrum der Arbeit des Kreises. In einer anderthalbtägigen Jahresklausur werden neue Mitglieder offiziell aufgenommen und vorgestellt. Ebenso findet hier die feierliche Verabschiedung all jener statt, die nach drei Jahren den Status der Ehemaligen erreichen. Ein Jahreshighlight bildet dann die zweitägige Exkursion, bei welcher der Arbeitskreis Institutionen in Deutschland besucht, die für das Jahresthema von besonderer Relevanz sind. So stand beim Thema Digitalisierung zum Beispiel ein Besuch beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik sowie beim Kommando Cyber- und Informationsraum der Bundeswehr in Bonn auf dem Programm.

In der zweiten Jahreshälfte folgen eine weitere Arbeitssitzung und der Jahresabschluss. Bei der Abschlusssitzung präsentiert der Arbeitskreis seine Ergebnisse der vorangegangenen Sitzungen der Leitung der BAKS. Bei allen Sitzungen sollen sich die Mitglieder mit ihrer jeweiligen Expertise und mit der Sicht ihres jeweiligen „Mutterhauses“ einbringen, um wechselseitig andere und oft unbekannte Perspektiven kennenzulernen. Die Herausforderungen der Coronapandemie konnten dabei durch virtuelle Sitzungen gemeistert werden.

Nachwuchsförderung als Chefsache

Seit seiner Gründung vor sechs Jahren wird der Arbeitskreis durch den jeweiligen Präsidenten der BAKS eng begleitet. Dieses Engagement unterstreicht die Bedeutung, welche die Akademie der Förderung junger Führungskräfte beimisst, die sich sicherheitspolitischen Themen widmen. Zudem bezieht die BAKS die Mitglieder des Arbeitskreises gezielt in ihre Arbeit ein und ermöglicht ihnen einen direkten Austausch höheren Führungsebenen. Die zwei zentralen Ziele des Arbeitskreises sind somit Austausch miteinander und Vernetzung untereinander. Wer nach drei Jahren den Kreis wieder verlässt, ist in der Regel um zahlreiche Erkenntnisse und viele Kontakte für sein weiteres Arbeitsleben reicher. Die BAKS – als gemeinsame Alma Mater – bleibt den Mitgliedern als verbindende Erfahrung.

Christian Klein ist seit der Gründung des Arbeitskreises „Junge Sicherheitspolitiker“ dessen ehrenamtlicher Vorsitzender.
Hauptberuflich arbeitet er als Beamter in der Bundestagsverwaltung.

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