Verwalten und Vollstrecken

Zwischen Recht und Realität

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Gina Handeck ist Rechtspflegerin bei der Staatsanwaltschaft. Ihre Arbeit fängt dort an, wo True Crime-Podcasts und Krimis in der Regel enden: Bei der Vollstreckung der ausgesprochenen Strafe.

Nur weil ein*e Täter*in zu einer (Haft-)Strafe verurteilt wurde, bedeutet das nämlich noch nicht, dass diese auch direkt im Anschluss angetreten oder bezahlt wird.

Damit das passiert, kümmere ich mich in der Strafvollstreckung darum, dass die von den Gerichten verhängten Strafen auch durchgesetzt werden. Ich lade zum Beispiel die Verurteilten zum Antritt der Strafe, überwache die Haftzeiten und erlasse gegebenenfalls einen Haftbefehl. Zudem überprüfe und entscheide ich über Anträge der Verurteilten oder ihrer Rechtsanwält*innen auf Strafaufschub. Dabei stehe ich während der gesamten Vollstreckung in engem Kontakt mit den Justizvollzugsanstalten und der Polizei, um sicherzustellen, dass die im Urteil ausgesprochene Strafe auch bei auftretenden Änderungen, wie einem Zurücktreten der Strafe zugunsten einer Therapie, ordnungsgemäß vollstreckt wird.

Es gibt sogar Verfahren, in denen ich bereits in der Ermittlung aktiv werde. Im Bereich der Vermögensabschöpfung bin ich in enger Zusammenarbeit mit Polizei und Staatsanwält*innen für die Vollziehung von Sicherungsmaßnahmen z. B. in Betrugsverfahren zuständig. Dazu gehören z. B: die Pfändung von Autos, aber auch Kryptowährungen und die Prüfung und die Veranlassung von Notveräußerungen. Gerade dieser Bereich ist unglaublich vielfältig und abwechslungsreich.

Einen nicht unerheblichen Teil meiner Arbeit in der Strafvollstreckung macht zudem die Vollstreckung von Geldstrafen aus, bei der ich die Eingänge von Zahlungen überwache, Ratenzahlungen mit den Verurteilten vereinbare, im Zusammenspiel mit den entsprechenden Vereinen gemeinnützige Arbeit zur Anrechnung auf die Strafe für die Verurteilten organisiere und gegebenenfalls auch die Ersatzfreiheitsstrafe anordne und vollstrecke.

Doch wie spiegeln sich all diese Aufgaben in einem konkreten Arbeitstag wider?

Wenn ich morgens in mein Büro komme, gehe ich zunächst einmal die Akten, die mir durch die Geschäftsstelle digital oder noch in Papierform vorgelegt wurden, durch und prüfe, ob etwas Eiliges dabei ist. Anschließend lese und bearbeite ich meine Mails, bevor ich mich an die Bearbeitung der Akten mache. Bei schwierigeren Fällen oder wenn ich noch eine zweite Meinung brauche, tausche ich mich dabei auch sehr gerne mit den Kolleg*innen aus.

Die abwechslungsreichen, verantwortungsvollen und spannenden Aufgaben, die Zusammenarbeit mit den Kolleg*innen und der Umstand, dass quasi kein Tag wie der andere ist, machen für mich den Beruf als Rechtspflegerin sehr interessant.

(Foto: Jasmin Herrmann)

Die Strafvollstreckung ist aber nicht der einzige Bereich, in dem ein*e Rechtspfleger*in bei der Staatsanwaltschaft arbeiten kann. Daneben gibt es noch die Möglichkeit, wie Nicolas Westermann als Geschäftsleiter verschiedenste Verwaltungsaufgaben wahrzunehmen:

Diese reichen von der Verwaltung des Budgets der Behörde und der Planung von Ausgaben über die Ausschreibung von Stellen und dem Führen von Bewerbungs- und allgemeinen Mitarbeiter*innengesprächen sowie dem Konfliktmanagement bis hin zur Mitentwicklung organisatorischer Prozesse wie beispielsweise einem Onboarding-Konzept für neue Mitarbeiter*innen im Servicebereich. Somit sind meine Aufgaben als Geschäftsleiter ebenfalls sehr abwechslungsreich.

Durch die Wahrnehmung dieser Führungsaufgaben kann ich die Arbeitsumgebung in der Behörde aktiv mitgestalten und in enger Zusammenarbeit mit der Behördenleitung, den Abteilungsleitungen und den Personalvertretungen zu einer stetigen Weiterentwicklung und Verbesserung der Arbeitsbedingungen beitragen.

Ein klassischer Arbeitstag in der Verwaltung beginnt dabei immer mit dem Lesen und Bearbeiten der Mails. Anschließend starte ich mit leichteren Aufgaben, wie der Bewilligung von Urlaubsanträgen in den Tag, bevor dann auch schon die ersten Besprechungen oder Gespräche mit Mitarbeiter*innen anstehen. Dazwischen werden dann noch die weiteren Aufgaben des Tages, die von der Verwaltungsgeschäftsstelle vorgelegt wurden, erledigt und weiter an einigen größeren Projekten wie beispielsweise der Personalplanung im Geschäftsstellenbereich gearbeitet.

Durch die Vielzahl der unterschiedlichen Aufgaben die es zu managen gilt und den regen Kontakt mit den unterschiedlichsten Personen – und Berufsgruppen, ist praktisch jeder Tag anders und es wird definitiv nie langweilig, sodass ich die Tätigkeit als unheimlich spannend und überaus sinnstiftend empfinde.


(Foto: Jasmin Herrmann)

Gina Handeck ist seit 2026 Rechtspflegerin in der Strafvollstreckung bei der Staatsanwaltschaft Mainz.

(Foto: Jasmin Herrmann)

Nicolas Westermann ist seit 2026 Geschäftsleiter der Staatsanwaltschaft Mainz.

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