Samstag, 25. April 2026

Integrierte Mobilität in Hessen

Nicht ohne meinen Anschluss

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Wie bringen wir nachhaltige Mobilität nicht nur in Großstädte, sondern auch in kleinere Kommunen und ländliche Regionen? Genau hier setzt das Fachzentrum Nachhaltige Mobilitätsplanung in Hessen an. Unser Ziel: Hessische Kommunen dabei unterstützen, Mobilität neu zu denken – klimafreundlich, sozial gerecht und zukunftsfähig.

Dabei geht es nicht nur um Radwege oder Buslinien. Nachhaltige Mobilitätsplanung bedeutet, den Verkehr ganzheitlich und aus der Perspektive der Verkehrsteilnehmer*innen zu betrachten: Wie kommen Menschen zur Arbeit? Wie erreichen Jugendliche Freizeitangebote? Und wie bleiben ältere Menschen gut angebunden? Das Fachzentrum begleitet Städte, Gemeinden und Landkreise auf dem Weg, eine Mobilität für alle zu ermöglichen  – mit Beratung, Workshops, Qualifizierungsangeboten und praktischen Arbeitshilfen.

Ein wichtiger Baustein dabei: Mobilitätsplanung in die Fläche bringen. Gerade im ländlichen Raum sind die Herausforderungen groß – längere Wege, weniger ÖPNV-Angebote und oft eine starke Abhängigkeit vom Auto. Gleichzeitig entstehen hier viele innovative Lösungen: Bürgerbusse, On-Demand-Angebote oder neue Mobilitätsstationen. Das Fachzentrum unterstützt Kommunen dabei, solche Ideen strategisch im Rahmen eines zukunftsgerichteten Plans zu entwickeln und umzusetzen.

Damit Kommunen voneinander lernen können, haben wir eine interaktive Hessenkarte entwickelt. Sie zeigt auf einen Blick, wo in Hessen bereits an integrierten Mobilitätskonzepten gearbeitet wird und wer die richtigen Ansprechpartner*innen sind. So wird Vernetzung einfacher – und gute Ideen verbreiten sich schneller. Viele Kommunen in Hessen sind bereits aktiv – von ersten Konzepten bis hin zur Umsetzung konkreter Maßnahmen.

Wichtig ist dabei: Gute Mobilitätsplanung braucht eine klare Strategie, die integriert alle Verkehrsträger mitdenkt, beispielsweise Radverkehr, Fußverkehr und PKW. Entscheidungen sollten auf Basis von Verkehrsdaten getroffen werden – zum Beispiel: Wie bewegen sich Menschen heute? Wo gibt es Lücken im Angebot? Gleichzeitig sollten Ziele festgelegt und mit Indikatoren messbar gemacht werden. So können Kommunen nachvollziehen, ob Maßnahmen wirklich wirken und wo nachgesteuert werden muss.

Dabei ist entscheidend, dass die Daten alle Menschen mitdenken. Häufig fehlen Informationen zu Gruppen, die im Alltag besonders betroffen sind – etwa Kinder, ältere Menschen oder Personen mit Behinderung. Deshalb spielt auch Bürger*innenbeteiligung eine zentrale Rolle. Ob Online-Beteiligung, Workshops oder Bürger*innenforen – Kommunen sammeln Ideen, diskutieren Herausforderungen und entwickeln gemeinsam Lösungen. So entstehen Konzepte, die wirklich zum Alltag der Menschen passen.

Viele Kommunen machen sich auf den Weg, neue Mobilitätsangebote zu schaffen und bestehende Strukturen weiterzuentwickeln. Das Fachzentrum unterstützt dabei, vernetzt Akteur*innen und bringt Wissen in die Praxis. Denn klar ist: Die Mobilität der Zukunft entsteht nicht nur in Metropolen – sondern überall dort, wo Menschen ihren Alltag gestalten.


(Foto: Jana Kay)

Laura Badusche ist Senior Projektmanagerin im Fachzentrum Nachhaltige Mobilitätsplanung Hessen und verantwortet dort seit 2023 die Öffentlichkeitsarbeit sowie Qualifizierungsangebote. Mit einem interdisziplinären Hintergrund in Wirtschafts- und Medienwissenschaften arbeitet sie an der Entwicklung nachhaltiger Mobilitätslösungen und unterstützt Kommunen durch strategische Kommunikation, Beteiligungsformate und praxisnahe Planung.

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