Mittwoch, 30. November 2022

Corona und die Folgen für die Verwaltung – Teil IV

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Corona hat alles verändert: Studierende drehen Image- und Lernfilme für die Freiwillige Feuerwehr in Baden-Württemberg

Studentisches Praxisprojekt an der HVF Ludwigsburg wird gefördert

Die Erfahrungen während der Pandemie COVID-19 haben gezeigt, dass die traditionelle Ausbildung der Freiwilligen Feuerwehrmitglieder an ihre Grenzen kommt. Pandemiebedingt konnten geplante Präsenztrainings nicht durchgeführt werden bzw. mussten Ausbildungseinheiten verschoben werden. Gleichzeitig sollten die Präsenzzeiten der Feuerwehrmitglieder möglichst kurz gehalten werden, um die Ansteckungsgefahr zu reduzieren. Jedoch mussten alle Inhalte weiterhin niveauvoll und verständlich vermittelt werden, um die Einsatzfähigkeit der nachrückenden Mitglieder zu erreichen. Damit verzögerte sich ausbildungsbedingt die Einsatzfähigkeit der dringend notwendigen Nachwuchskräfte. So stellte sich die Frage nach einem alternativen resilienten Lernkonzept, das auch in Pandemiezeiten umgesetzt werden kann und welches der veränderten Mediennutzung der heutigen Jugend entspricht. Beide Faktoren sind relevant, um die Attraktivität und das Image der Freiwilligen Feuerwehr sicherzustellen und Nachwuchskräfte anzuziehen.

Während der Pandemie zeigte sich auch, dass die Freiwillige Feuerwehr altersbedingte Abgänge verzeichnete, aber kaum Nachrückende gewinnen konnte. Die regelmäßigen Feuerwehrfeste, über die diese in den Blickpunkt gerückt wird und eventuell für die Mitarbeit in ihr geworben werden kann, fielen der weitgehend kontaktlosen Zeit zum Opfer.

Mit Blick auf diese Entwicklungen entstand die Idee, die Freiwillige Feuerwehr im Enzkreis zu unterstützen. Einerseits sollte ein Imagefilm erstellt werden, der die Feuerwehr mit all ihren Aufgaben und Einsatzbereichen vorstellt und dabei den Grundgedanken der Kameradschaft vermittelt. Über die Frage, wie sich die Feuerwehrleute verstehen, wurde der Slogan „Feuerwehr mit Herz“ geboren. Er spiegelt die enge Kameradschaft wider, die dort gepflegt wird. Die Freiwillige Feuerwehr ist also durchaus speziell und hebt sich von anderen freiwilligen Organisationen ab. Ihre Mitglieder haben ein Herz für die Gesellschaft und helfen in Notsituationen. Dabei brauchen ihre Mitglieder ein Herz füreinander in ihrem Einsatz, der nicht selten mit hohen Risiken behaftet ist und ein gegenseitiges Vertrauen und Verlässlichkeit, sowie Beherztheit fordert.

All diese Faktoren führten zu der Idee, einen Image-Film über die Freiwillige Feuerwehr und Lernfilme für die Freiwillige Feuerwehr-Ausbildung zu produzieren. In ihm sollten die Werte und Bedeutung der Freiwilligen Feuerwehr in Baden-Württemberg vermittelt werden. Fachmännisch beraten wird das Projekt von Michael Gutjahr, Pressesprecher des Feuerwehrverband Enzkreis und Dr. Markus Haberstroh, Vorsitzender im Feuerwehrverband Enzkreis. Das Verfassen des Drehbuchs, als auch Produktion des Filmes mit Vor- und Nachbearbeitung übernehmen Studierenden der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen, Ludwigsburg im Rahmen eines Fachprojektes. Regisseur und Kameramann dabei ist Michael Arnieri, ein in der Filmbranche renommierter Werbe-Filmemacher. Ihm zur Seite steht der Dozent und Regisseur Jürgen von Bülow. Die Gesamtleitung des Projektes unterliegt Prof. Dr. Birgit Schenk, Professorin für Verwaltungsmanagement und Leitung des Kompetenzzentrums für Digitale Transformation im öffentlichen Sektor am IAF.

Vor diesem Hintergrund stellen sich einige Herausforderungen, die theoretisch wie praktisch gelöst werden müssen. Allem voran sind Ansätze gefordert, die die Vermittlung des „Feuerwehr mit Herz“ ermöglichen. Für die Lernfilme ist die Frage, wie können welche Lerntypen am besten erreicht werden und was ist für ein gutes Lernergebnis notwendig. Wo liegen Grenzen und Möglichkeiten der Verfilmung? Um dies alles zu klären und aufzuarbeiten gab es vor den Dreharbeiten regelmäßige, über zwei Semester laufende Online-Treffen. Dort wurde das Drehbuch, aber auch die aufwendige Organisation des Projektes geleistet. Dabei lernten die Studierenden vor allem die Wichtigkeit einer guten, umfassenden Organisation kennen, damit es am Tag des Geschehens an nichts fehlt – dies ist bei einem Film nicht anders als bei einem besonderen Stadtjubiläum.

Sowohl die Lernfilme als auch der Imagefilm sind jetzt soweit gediehen, dass die Dreharbeiten laufen. Die Endergebnisse können spätestes im Juni 2022 erwartet werden.

Prof. Dr. Birgit Schenk ist Professorin für Verwaltungsmanagement mit Schwerpunkt Organisations- und Informationsmanagement an der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg. Als Leiterin des Kompetenzzentrums Digitale Transformation im öffentlichen Sektor forscht und betreut sie u.a. die Projekte zur Dienstleistungserbringung im digitalen Zeitalter.


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