Sonntag, 4. Dezember 2022

„Mainz, wie es singt und lacht“

Must read

Die Mainzer Lebensart und große Veranstaltungen gehören einfach zusammen.

Die großen Feste ziehen sich in der Rheinland-Pfälzischen Landeshauptstadt durch das ganze Jahr:

Fastnacht im Februar, der Gutenberg Marathon im Mai, die Mainzer Johannisnacht im Juni, der Weinmarkt im August und der Weihnachtsmarkt im Dezember.

Und wenn es um Veranstaltungen und Verkehr geht, spielen natürlich auch die Heimspiele des FSV Mainz 05 und die Konzerte im Rahmen von „Summer in the City“ eine große Rolle.

Mainz als Landeshauptstadt ist zudem in regelmäßigem Turnus Ausrichterin des Tages der deutschen Einheit und des Rheinland–Pfalz-Tages.

Das Mainzer Stadtgebiet ist im Alltag mit Bus- und Straßenbahnverbindungen gut angebunden, das Radwegnetz wird aktuell massiv ausgebaut.

Bei Großveranstaltungen sieht das natürlich anders aus: Ob Konzertbesucher*innen bei Sarah Connor, Mainzer Fans auf dem Weg ins Stadion oder Weinfest im Umland – die Mainzer Mobilität als lokaler Anbieter des ÖPNV konzipiert für jede Art von Veranstaltung das passende Mobilitätsangebot.

Folgende Mobilitätsangebote unterscheidet die Mainzer Mobilität:

  • Die Veranstalter*innen bestellen Zusatzverkehr und bezahlen dafür. So zum Beispiel bei den „Summer in the City“-Konzerten, den Heimspielen des FSV Mainz 05, dem Gutenberg-Marathon, dem Oktoberfest, der Museumsnacht und allen sonstigen Veranstaltungen auf dem Mainzer Messegelände, das außerhalb der City liegt.
  • Linienverstärkung der Straßenbahn und der Einsatz von Bussen, die normalerweise sonntags nicht verkehren, stellen bei den verkaufsoffenen Sonntagen sicher, dass die Innenstadt auch an diesen Terminen gut mit dem ÖPNV angebunden ist.
  • Bei den großen Mainzer Traditionsfesten wie der Mainzer Johannisnacht, dem Weinmarkt, den Fastnachtsevents – etwa der Kampagneneröffnung am 11.11., dem Neujahrsumzug sowie den Fastnachtstagen im Frühjahr und den großen Stadtteilfesten – werden die Takte verkürzt und der Nachtlinienverkehr ausgeweitet.

Bei Events mit großflächigen Sperrungen wird es komplizierter-hier kollidieren die Veranstalter*inneninteressen mit denen des Mobilitätsanbieters und der Bevölkerung.

Die Innenstadt muss für Kund*innen und Arbeitende mit dem ÖPNV erreichbar sein, der Flächenbedarf und die Sicherheitsaspekte der Veranstaltungen stehen dem aber oft entgegen.

Hier gilt es, einen Kompromiss zu finden. Daran sind in der Regel die Veranstalter*innen, die städtischen Fachämter als auch der Mobilitätsbetrieb und die Polizei involviert.

Beim diesjährigen Rheinland-Pfalz-Tag zum Beispiel waren große Teile der Innenstadt über eine Woche lang komplett für den Aufbau, die Veranstaltung selbst und den Abbau gesperrt.

Hier wurde dann ein Ringverkehr um die Innenstadt herum eingerichtet.

Entscheidend sind hier natürlich immer die Veranstaltungsflächen und die örtlichen Gegebenheiten.

In kleineren Orten mit einer Hauptstraße oder speziell vorgehaltenen Veranstaltungsflächen genügen oft wenige Sperren, um den Platz zu sichern – in größeren Städten mit sensibler Infrastruktur wie Krankenhäusern und Innenstädten steigt der Aufwand exponentiell. Dies hat auch massive Auswirkungen auf dem ÖPNV.

Zum Thema Veranstaltungen und Mobilität gehören außerdem der Bahnverkehr und Park and Ride (P&R) Angebote.

Die Bahn agiert ähnlich wie der lokale ÖPNV – von Taktverstärkungen bis zu Sonderzügen werden hier Zusatzangebote auf die Gleise gebracht.

Park and Ride Angebote sind vor allem in Gebieten sinnvoll, in denen das Umland schlecht mit dem ÖPNV an das Veranstaltungsgelände angebunden sind. Hier ermöglichen sie den Transport größerer Menschenmengen zur Veranstaltung.

Alles in allem ist das Thema Veranstaltungen und Mobilität zugleich sehr stark von der Art der Veranstaltung, dem Personenaufkommen und den Örtlichkeiten abhängig.

Sinnvoll ist es immer, sich die Partner DB, die kommunalen Mobilitätspartner*innen, die Polizei, die Veranstalter*innen und die Veranstaltungsleitung so früh wie möglich an einen Tisch zu holen, um das gemeinsame Vorgehen zu besprechen. So wird vermieden, dass das Mobilitätskonzept permanent nachgebessert oder gar komplett neu konzipiert werden muss.


Oliver Valentin ist in der rheinland-pfälzischen Landeshaupstadt Mainz unter anderem verantwortlich für die Organisation der (Groß-)Veranstaltungen Mainzer Johannisnacht, Mainz lebt auf seinen Plätzen, Rheinland-Pfalz-Tag, Vorlesetag und den verkaufsoffenen Sonntagen. Für uns hat er zusammengefasst, wie für jedes Event ein passendes ÖPNV-Konzept entsteht und was dabei bedonders zu beachten ist.

- Werbung -

More articles

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Latest article

Barrierefreiheit

Die Supernasen

Nicht wie im Fernsehen

Tierisches Vergnügen