Kennst du das Gefühl, digitale Zukünfte mitgestalten zu wollen? Die Digital Future Challenge (DFC) setzt genau da an. Bei diesem Wettbewerb entwickeln Studierende aus ganz Deutschland Ideen, wie beispielsweise KI-Agenten verantwortungsvoll genutzt werden können oder Robotik im öffentlichen Raum unseren Alltag gestalten könnte. Organisiert wird die DFC von der Deloitte-Stiftung und der Initiative D21.
Das Prinzip ist simpel: Unternehmen, Behörden und Organisationen stellen echte Herausforderungen als sogenannte Use Cases zur Verfügung. Die Studierenden tüfteln dann an Lösungen, werden dabei von Mentor*innen aus der Praxis begleitet und präsentieren ihre Konzepte am Ende einer Expert*innen-Jury. Die siebte Runde des Wettbewerbs steht bereits in den Startlöchern: Pünktlich zum Start des Wintersemesters werden am 1. Oktober die neuen Use Cases veröffentlicht. Im Fokus stehen in diesem Jahr die Themen Mensch-Agenten-Kollaboration sowie Cybersicherheit als Frage digitaler Souveränität.
Um besser zu verstehen, wie praxisnah die Ideen sind, möchten wir euch zwei Beispiele aus den letzten beiden Jahren aufzeigen.
Team Ankommen: KI hilft bei Behördengängen
Wer nach Deutschland einwandert, kennt die Herausforderungen rund um Aufenthaltstitel nur zu gut: komplizierte Formulare, lange Wartezeiten, viele Rückfragen. Das Team „Ankommen“ vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und der Uni Regensburg hat dafür ein mehrsprachiges KI-Agenten-System entwickelt. Es begleitet Antragsteller*innen Schritt für Schritt durchs Verfahren, erklärt Formulare in einfacher Sprache und prüft Unterlagen auf Vollständigkeit, ganz einfach per Chat oder Sprache. Die Entscheidung fällt am Ende die Behörde, die KI unterstützt aber auf dem Weg dorthin. Mit dieser Idee zum Use Case von Fsas Technology holte sich das Team bei der DFC #6 den ersten Platz.
Team Luftblick: Drohnen für bessere Straßen
Auch in früheren DFC-Jahrgängen ging es schon um smarte Verwaltungslösungen. Das Team „Luftblick“ von der FH Wedel hat den Use Case des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr bearbeitet und einen Sensorkit entwickelt, das sich an bereits fliegende Drohnen andocken lässt und dabei Verkehrs- und Infrastrukturdaten sammelt – zum Beispiel zu Schlaglöchern oder der Auslastung von Fuß- und Radwegen. Personenbezogene Daten werden direkt an Bord unkenntlich gemacht, ganz im Sinne der DSGVO. Kommunen können die Daten über die europäische Mobilitätsdatenplattform Mobilithek nutzen, um ihre Infrastruktur gezielter zu planen.
Was diese Projekte verbindet: Sie zeigen, wie digitale Technologien den öffentlichen Dienst nicht nur entlasten, sondern auch wo sie einen sinnvollen Mehrwert für die Gesellschaft bringen können. Genau diese Balance zwischen Innovation und Verantwortung steht einerseits im Zentrum der DFC, andererseits ist es wichtig, dass verschiedene Akteure zusammengebracht werden: Studierende, Organisationen und Unternehmen, Politik sowie Zivilgesellschaft gehen im Schulterschluss in Richtung wünschenswerte digitale Zukünfte. Hast du Lust, dabei zu sein? Schau gerne auf unserer Website für weitere Informationen vorbei: www.Digital-Future-Challenge.de – wir freuen uns auf alle Ideen.

Dr. Marie Blachetta ist Referentin für digital Responsibility bei der Initiative D21 e.V., Deutschlands größtem gemeinnützigen Netzwerk für die Digitale Gesellschaft. Sie leitet dort u.a. das Projekt der Digital Future Challenge und ist großer Fan der Ideen, die die Studierenden dort entwickeln.



