Seit über 20 Jahren ist das Staatsziel Tierschutz in der Verfassung verankert. Daraus ergibt sich eine ganz besondere Verantwortung. Denn das bedeutet, dass es in der Öffentlichkeit eine laute Stimme für den Tierschutz braucht – eine Stimme, die auch gehört wird.
Genau darin liegt mein Anspruch als neue Beauftragte der Bundesregierung für den Tierschutz. Gleichzeitig bin ich Parlamentarische Staatssekretärin und Mitglied des Deutschen Bundestages. Auf diese Weise kann ich im direkten Kontakt mit Parlament und Regierung den Tierschutz weiter verbessern.
Ein besonderes Herzensthema ist für mich dabei die konsequente Verfolgung von Tierquälerei in sozialen Netzwerken. Hier existiert eine Gesetzeslücke, die schon seit Jahren bekannt ist. So ist in Deutschland die Misshandlung von Tieren zwar strafbar. Wer aber Videoaufnahmen von Tierquälerei auf Instagram, YouTube, TikTok und anderen hochlädt und verbreitet, kommt damit ungestraft davon. Ich setze mich deshalb für einen Gesetzentwurf ein, der genau das noch in diesem Jahr ändern soll.
Ein weiteres wichtiges Anliegen, das mich in den letzten Monaten begleitet hat, ist das Wohlergehen von Hunden und Katzen – in Deutschland und der ganzen Europäischen Union. Hier gab es Ende 2025 einen entscheidenden Durchbruch: Das Europäische Parlament hat sich auf eine EU-weite Verordnung geeinigt, damit Hunde und Katzen zukünftig in allen Mitgliedsstaaten besser geschützt werden können. Zum Beispiel durch einheitliche Mindeststandards in der Zucht oder durch eine Kennzeichnung mittels Mikrochip.
Diese EU-weit flächendeckende Kennzeichnung und Registrierung von Hunden und Katzen wird von Tierschützer*innen schon seit Jahren gefordert. Sie ist ein besonders wirksames Mittel im Kampf gegen eine Vielzahl von Tierschutzproblemen – vom illegalen Welpenhandel über das Leid von Straßenkatzen bis hin zur Entlastung unserer Tierheime. Deshalb setze ich mich dafür ein, dass die neuen EU-Regelungen in Deutschland so schnell und so umfangreich wie möglich umgesetzt werden.
Neben dem Tierschutz im digitalen Raum und dem Schutz von Heimtieren steht für mich auch der Schutz von unseren Nutztieren auf meiner politischen Agenda.
Hier steht zum Beispiel eine Reform des Tierschutzgesetzes unmittelbar bevor, die die verpflichtende Videoüberwachung von Schlachthöfen endlich gesetzlich verankern soll. Eine wichtige Maßnahme, die die Behörden dabei unterstützen wird, diejenigen zur Verantwortung zu ziehen, die Tiere offensichtlich misshandeln.
Neben gesetzlichen Verbesserungen fängt die Stärkung des Tierschutzes jedoch bereits damit an, dass Menschen wissen, wie sie verantwortungsvoll mit Tieren umgehen. Deshalb ist es mir sehr wichtig, fachlich fundiertes Wissen und gut aufbereitete Informationen zum Tierschutz möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen. Mein Team und ich beantworten daher themenspezifische Anfragen von Bürger*innen und veröffentlichen auf Instagram regelmäßig Beiträge mit Tierschutzwissen zu ganz unterschiedlichen Themen.
Gerade dieser Dialog macht immer wieder deutlich: Tierschutz ist ein breites Themenfeld, in dem sich viele Menschen aus ganz unterschiedlichen Bereichen mit großer Leidenschaft engagieren. In den vergangenen Monaten hatte ich die Gelegenheit, einige von ihnen persönlich kennenzulernen – etwa in Tierheimen, Wildtierauffangstationen oder bei Netzwerktreffen von Tierschutzorganisationen.
Mein Ziel ist es, auch in den kommenden Jahren im Austausch mit diesen engagierten Menschen zu bleiben und ihre Standpunkte in meine Arbeit einfließen zu lassen. Denn wir können den Tierschutz am besten gemeinsam verbessern und nachhaltig stärken.

Silvia Breher ist Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat und seit September 2025 die Beauftragte der Bundesregierung für Tierschutz.



