Dresdens Unterwelt im Blick

Wo keiner hinsieht

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Wenn Laura Kämpffe morgens zur Arbeit fährt, weiß sie: Ihr Büro liegt heute vielleicht tief unter der Erde – oder mitten in einer Kläranlage. Langweilig wird es jedenfalls nie. Als junge Abwasserexpertin bei der Stadtentwässerung Dresden sorgt sie gemeinsam mit ihrem Team dafür, dass das, was täglich aus Haushalten und Betrieben verschwindet, sicher gereinigt wird und unsere Umwelt geschützt bleibt.

Ein typischer Arbeitstag? Den gibt es so eigentlich nicht. Mal ist Laura im Kanalnetz unterwegs, inspiziert Schächte und Rohre mit Spezialkameras oder reinigt sie mit großen Spül- und Saugfahrzeugen. Mal arbeitet sie im Klärwerk, kontrolliert Belebungsbecken, nimmt Proben und prüft im Labor die Wasserqualität. Genau diese Mischung macht für sie den Reiz aus: Technik, Umwelt und praktische Arbeit – alles in einem Job.

Die Herausforderungen sind dabei vielfältig. Kanalnetze sind oft alt, schwer zugänglich und müssen trotzdem zuverlässig funktionieren – bei jedem Wetter. Gleichzeitig tragen Laura und ihre Kolleg*innen viel Verantwortung: Schließlich werden in Anlagen wie in Dresden-Kaditz jährlich große Mengen Abwasser gereinigt, bevor es zurück in den natürlichen Kreislauf gelangt.

Der Beruf hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Moderne Fahrzeuge, Kameratechnik und automatisierte Prozesse erleichtern die Arbeit enorm. Während früher vieles manuell gesteuert wurde, helfen heute digitale Systeme bei Überwachung und Steuerung der Anlagen.
Trotzdem bleibt das Know-how der Fachkräfte unverzichtbar – denn jede Störung im System muss schnell erkannt und behoben werden.

Was Laura außerdem auszeichnet: Sie hat früh Verantwortung übernommen und sich direkt nach ihrer Ausbildung zur Meisterin weiterqualifiziert. Diese zusätzliche Qualifikation eröffnet ihr neue Perspektiven – von der Organisation von Arbeitsabläufen bis hin zur Führung von Teams.
Doch damit nicht genug: Als Umwelttechnologin für Abwasserbewirtschaftung – so die amtliche Berufsbezeichnung – gibt sie ihr Wissen inzwischen auch selbst weiter und begleitet junge Menschen auf ihrem Weg in den Beruf. Für sie ist das eine Herzensaufgabe – denn sie weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig gute Unterstützung und Vorbilder sind.

Dresden sieht Laura dabei aus einer Perspektive, die den meisten verborgen bleibt. Unter Straßen, Plätzen und Häusern erstreckt sich ein komplexes Netz, das genauso lebendig ist wie die Stadt selbst. „Man bekommt ein ganz anderes Gefühl dafür, wie eine Stadt funktioniert“, sagt sie. Und auch dafür, wie wichtig es ist, dass alle ihren Teil beitragen. Besondere Erlebnisse gehören definitiv dazu: ungewöhnliche Fundstücke im Kanal, spontane Einsätze bei Starkregen oder auch technische Herausforderungen, die Teamarbeit erfordern. Genau das macht den Job spannend – kein Tag ist wie der andere.

Was Laura den Dresdner*innen mitgeben möchte? Ganz einfach: Achtet darauf, was ihr in den Ausguss oder die Toilette gebt. Viele Dinge, die achtlos entsorgt werden, verursachen großen Aufwand im System – oder schaden sogar der Umwelt.

Für alle, die einen sinnvollen, abwechslungsreichen und zukunftssicheren Beruf suchen, hat sie eine klare Botschaft: „Traut euch, auch ungewöhnliche Wege zu gehen.“ Denn die Arbeit im Bereich Abwasser ist vielleicht nicht das Erste, woran man denkt – aber sie ist unverzichtbar für das Funktionieren unserer Städte und für den Schutz unserer Lebensgrundlagen. Und genau das macht sie so besonders.


Foto: Archiv Stadtentwässerung Dresden

Torsten Fiedler, Leiter Unternehmenskommunikation/Pressesprecher der Stadtentwässerung Dresden GmbH, begleitet seit vielen Jahren den Personalbereich im Employerbranding.

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