„Inklusion erleben“

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Die interaktive und vielseitige Kampagne des LVR für mehr Inklusion im Alltag

Menschen mit und ohne Behinderung zusammenzubringen ist eines der erklärten Ziele des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR). Wer das ist? Der LVR ist unter anderem Deutschlands größter Leistungsträger für Menschen mit Behinderungen und wir, seine über 20.000 Mitarbeiter*innen, erfüllen rheinlandweit Aufgaben in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und der Kultur. Die zwölf Kreise, 13 kreisfreien Städte und die StädteRegion Aachen im rheinischen Landesteil NRWs bilden die Mitgliedskörperschaften des LVRs und finanzieren seine Arbeit zu großen Teilen.

Für eine gleichberechtigte, inklusive Gesellschaft

Um die Idee einer inklusiven, gleichberechtigten Gesellschaft zu verwirklichen, hat der LVR die Kampagne „Inklusion erleben“ ins Leben gerufen. Sie soll Inklusion mit allen Sinnen erlebbar machen. So setzen wir ein Zeichen für das selbstverständliche und gleichberechtigte Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderungen, für Vielfalt und Diversität.

Ein Fest für Verbundenheit

(Foto: Ludolf Dahmen/LVR)

Deshalb haben wir verschiedene Formate gestartet: Alle zwei Jahre feiern wir in Köln mit dem „Tag der Begegnung“ Euro­pas größtes Fest für Menschen mit und ohne Behinderungen im Kölner Rheinpark und im Tanzbrunnen. Gemeinsam zu feiern und ein lautstarkes Zeichen für ein besseres Miteinander zu setzen – darum geht es bei Europas größtem inklusivem Festival. Beim letzten Mal, 2019, traten viele Künstler*innen, Bands, Kinder-Theatergruppen und sogar LVR-Mitarbeitende auf drei Bühnen auf. Highlight des „Tag der Begegnung“ 2019 war der Auftritt der Pop Nights feat. Culcha Candela, Leslie Clio und Jochen Distelmeyer vor mehreren Tausend Besucher*innen im Tanzbrunnen.

In den Jahren dazwischen sind wir mit barrierefreien Erlebnis- und Mitmachangeboten im gesamten Rheinland unterwegs. Dazu zählt das „Mobil der Begegnung“, das im Sommer durch zahlreiche Städte im Rheinland tourt, um den Menschen auf Straßen-, Stadt- oder Volksfesten die Perspektive von Menschen mit Behinderungen näher zu bringen und für gegenseitige Rücksichtnahme zu sensibilisieren, denn: Menschen mit Behinderungen gehören in die Mitte unserer Gesellschaft. Mit unserer Kampagne setzen wir uns dafür ein, Vorurteile und Berührungsängste abzubauen.

(Foto: Dietrich-Hackenberg/LVR)
(Foto: Guido Schiefer/LVR)

Mittendrin statt nur dabei

Doch nicht nur in Fußgängerzonen oder einzelnen Tagen wie dem „Tag der Begegnung“ versuchen wir den Menschen im Rheinland näherzubringen, was Inklusion bedeutet und wie sie bei jedem Einzelnen von uns beginnt. Auch aus den womöglich höchsten rheinischen „Feier“tagen, dem Karneval, ist der LVR nicht mehr wegzudenken. Mit der Initiative „Karneval für alle“ machen wir uns seit 2013 dafür stark, dass auch Menschen mit Behinderungen feiern und schunkeln können. Unterstützt werden wir dabei von der RheinEnergie AG als Sponsor sowie dem Festkomitee Kölner Karneval und verschiedenen Karnevalsgesellschaften in Köln und im Rheinland als Kooperationspartner*innen.

Dass es für so ein großes, buntes Programm mehr als ein barrierefreies Angebot geben muss, ist für uns selbstverständlich: Von Blindenreportagen, Übersetzungen in Leichter Sprache, über Gebärdensprachdolmetschungen (sowohl im TV als auch vor Ort) bis hin zu rollstuhlgerechten Karnevalstribünen ist bei uns während der jecken Tage alles dabei.

Die Karten sind kostenlos erhältlich und können (solange der Vorrat reicht) per E-Mail an karneval-fuer-alle@lvr.de angefragt werden.

Überzeugt euch selbst von dem bunten Angebot in der fünften Jahreszeit:

Nicht nur analog Inklusion erleben

Doch was machen wir, wenn Begegnungen mit Menschen nicht mehr möglich sind? Auch diese Frage mussten wir uns im letzten Jahr stellen. Schnell war klar: Ein Fest mit 30.000 Menschen im Rheinpark wird nicht stattfinden können. Also musste eine Alternative her, die coronakonform und inklusiv ist: Die Veranstaltungsreihe „Inklusion digital erleben“ war geboren.

Am 7. und 8. Juni 2021 hat der LVR über 40 Seminare, Vorträge, Diskussionsrunden, Workshops, Lesungen und Downloads rund um das Thema Inklusion, Chancengleichheit, Selbstbestimmung und Teilhabe organisiert. Die Livestreams, Videos und Videokonferenzen waren mit Gebärdensprachdolmetschungen, Übersetzungen in Leichte Sprache und Untertiteln barrierefrei gestaltet. Das gesamte Programm und einige On-Demand-Formate gibt’s hier oder auf YouTube zu sehen. Highlight und Abschluss der digitalen Veranstaltungsreihe war die Lesung mit Schauspieler und Autor Samuel Koch, der aus seinem neuesten Bestseller „Steh auf, Mensch!“ vorlas. Insgesamt haben rund 2.200 Menschen eingeschaltet und mit uns mitgebastelt, Leichte Sprache gelernt oder Samuel Kochs Ratschlägen gelauscht.

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

Zwar war der „digitale Tag der Begegnung“ ein voller Erfolg, das gemeinsame Feiern, der interessante Austausch und das vielfältige Programm fehlen uns dennoch. Deshalb findet der nächste „Tag der Begegnung“ (hoffentlich) wieder mit vielen Besucher*innen am 11. Juni 2022 im Kölner Rheinpark statt. Die Kolleg*innen der Veranstaltungsstabstelle sind bereits in den Vorbereitungen für den ersten „Tag der Begegnung“ nach drei Jahren Pause. Die Vorfreude ist groß, sich nach so langer Zeit endlich wieder gemeinsam im Rheinpark treffen zu können, um zu feiern und eine inklusive und gleichberechtigte Gesellschaft zu fördern. Wir freuen uns schon, viele tausende Besucher*innen, und vielleicht ja auch dich, in knapp einem Jahr zum „Tag der Begegnung“ 2022 im Rheinpark begrüßen zu dürfen. Damit ihr nichts verpasst, abonniert uns auf Facebook, auf Twitter und künftig auch auf Instagram!

Mariessa Radermacher ist Referentin für Medien- und Öffentlichkeitsarbeit. Mariessa arbeitet seit Oktober 2018 im Fachbereich Kommunikation des LVR. Sie hat dort ihr Volontariat nach ihrem Masterstudium absolviert und kümmert sich nun insbesondere um die Social-Media-Auftritte des Verbands sowie um die Eventkommunikation rund um den „Tag der Begegnung“.

(Foto: Heike Fischer/LVR)

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