Mittwoch, 28. September 2022

„Digital in die Zukunft. Unterstützung für Vereine bei der Digitalisierung“

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Das Ehrenamt hat seit vielen Jahren einen sehr hohen Stellenwert in der Politik der Landesregierung und mir als Ministerpräsidentin liegt es besonders am Herzen. Rheinland-Pfalz ist Ehrenamtsland. Knapp die Hälfte unserer Bürger*innen ist ehrenamtlich engagiert. Im Ländervergleich liegen wir damit auf dem Spitzenplatz. Als Landesregierung tun wir sehr viel, um das Ehrenamt nach Kräften zu unterstützen. Mit dem Projekt „Digital in die Zukunft“ wollen wir jetzt Vereine und andere zivilgesellschaftliche Organisationen auf ihrem Weg der Digitalisierung unterstützen.

Die Digitalisierung ist eine der großen Herausforderungen unserer Zeit. Welche Chancen sie tatsächlich bietet und wie wichtig sie ist, das haben wir alle im zurückliegenden Jahr der Pandemie erlebt. Alle gesellschaftlichen Bereiche sind von der Digitalisierung betroffen, auch die Zivilgesellschaft. Es gibt hier bereits ganz viel Innovation und tolle Beispiele, wie sich Vereine und andere Organisationen mit digitalen Möglichkeiten modernisieren können. Viele Vereine und Initiativen wünschen sich auf diesem Weg aber auch Hilfe und Unterstützung.

Was konkret verbirgt sich hinter„Digital in die Zukunft“?

Wir ergänzen und erweitern damit unser bestehendes Unterstützungsangebot und wollen Vereine und Initiativen dabei begleiten, digitale Möglichkeiten zu nutzen, um ihre Arbeit zu erleichtern und zu modernisieren. Dabei setzen wir auf einfache Zugänge, auf Verständlichkeit und besonders auf Praxisnähe.

Das Projekt besteht aus vier Bausteinen. Es ist verankert auf dem Ehrenamtsportal des Landes https://wir-tun-was.rlp.de/de/im-land/digital-in-die-zukunft/.

Baustein 1: Online Fortbildung zu aktuellen Vereinsthemen

Ab Mai finden jeden Donnerstag von 18.00 bis 20.00 Uhr digitale Fortbildungen zu aktuellen Themen des ehrenamtlichen Engagements statt. Dazu gehören unterschiedliche Rechtsbereiche wie das Vereinsrecht, der Versicherungsschutz, das Spenden- und Gemeinnützigkeitsrecht, aber auch Fragen der Öffentlichkeitsarbeit und der Nachwuchsgewinnung.

Aus unserem Landesnetzwerk, vielen Gesprächen und Begegnungen, aber auch aus aktuellen Studien wissen wir, dass diese Themen den Vereinen derzeit besonders unter den Nägeln brennen. Mit „Digital in die Zukunft“ gibt es die Möglichkeit, sich wöchentlich digital mit einem Thema intensiver zu befassen. Bequem von zu Hause aus, ohne aufwendige Fahrten, ohne vorherige Anmeldung, mit einem überschaubaren Zeitaufwand.

Gestartet sind wir mit dem Dauerthema „Vereinsrecht“. Es ging beispielsweise um die Fragen: Wie schreibe ich eine Satzung? Welche Aufgaben und Pflichten hat der Vorstand? Welche haftungsrechtlichen Fragen muss man bedenken? Oder, ganz aktuell: Darf ich in der Pandemie die jährliche Mitgliederversammlung auch online durchführen? Rund 120 Engagierte nutzten dieses neue Angebot.

Bis zu den Sommerferien haben wir ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Auch im Sommer wird es entsprechende Angebote geben. Und in der zweiten Jahreshälfte werden die relevanten Themen noch einmal angeboten. Weitere werden hinzukommen. Dabei wollen wir natürlich auch die Wünsche und Bedarfe der Vereine berücksichtigen.

Baustein 2: Der digitale Werkzeugkasten

Der digitale Werkzeugkasten ist ein ganz besonderes und komplett neues Angebot. Er bietet – gut sortiert nach Kategorien und Anwendungsbereichen (Vereinsverwaltung, Kommunikation, Öffentlichkeitsarbeit, Online-Versammlung etc.) – Informationen zu verschiedenen Programmen und Tools für die digitale Vereinsarbeit.

Man findet in diesem Kasten also eine Auswahl an Werkzeugen, die für die Initiative oder den Verein nützlich sein können. Und man findet Orientierung, um sich für das richtige und passende zu entscheiden. Es gibt deshalb Hinweise zur Handhabung, zu den jeweiligen Kosten sowie zum Datenschutz.

Begleitet wird der Werkzeugkasten von wöchentlichen Online-Schulungen, in denen insbesondere Tools für die digitale Vereinsverwaltung, für Online-Sitzungen von Gremien sowie zur Öffentlichkeitsarbeit und zur Mitgliedergewinnung im Mittelpunkt stehen. Darüber hinaus gibt es virtuelle Ideen-Werkstätten, um im Austausch mit den Ehrenamtlichen weitere Bedarfe und Wünsche aufzunehmen und den Werkzeugkasten schrittweise weiter aufzufüllen.

Baustein 3: Ein Bereich zum Austausch guter Beispiele und zur Vernetzung

Wir wissen, dass viele Vereine längst in Sachen Digitalisierung unterwegs sind und es viele kreative Ansätze und Lösungen für Probleme gibt, vor denen auch andere stehen. Deshalb wollen wir diese Erfahrungen sichtbar machen, einen Austausch ermöglichen und Vernetzungsmöglichkeiten schaffen. Wir laden daher ein, über innovative digitale Projekte zu berichten und sie hier vorzustellen.

Zu finden sind hier zunächst die Preisträger des Ideen-Wettbewerbs „Ehrenamt 4.0“, den ich 2017 erstmals ausgeschrieben habe. Man kann sich von ihnen inspirieren lassen. Man sieht, wie es funktionieren kann und findet gute Beispiele. Und dies trägt auch dazu bei, dass manche Befürchtung oder Angst, die es bei der Digitalisierung gibt, genommen wird.

Baustein 4: Der Ideen-Wettbewerb „Ehrenamt 4.0“

Noch im Mai werde ich den Wettbewerb für dieses Jahr ausschreiben, bereits das fünfte Mal. Mit der Auszeichnung sollen Organisationen und Projekte sichtbar gemacht werden, die in unterschiedlichen Bereichen ehrenamtlichen Engagements innovativ digitale Akzente setzen.

Zehn Projekte werden wieder mit einem Preisgeld von jeweils 1.000 Euro prämiert. Es gibt eine unabhängige Jury, die Ausschreibung läuft bis Ende September. Die Preisverleihung ist für den 30.  Oktober geplant. Ich freue mich wieder sehr auf viele inspirierende Bewerbungen.

Malu Dreyer ist Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz. Ihre Freizeit verbringt sie gerne mit lesen, reiten und malen.

Das Projekt „Digital in die Zukunft“ wird von der Leitstelle Ehrenamt und Bürgerbeteiligung in der Staatskanzlei in Kooperation mit medien+bildung.com, einer Tochter der Medienanstalt RLP, umgesetzt.

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