Freitag, 21. Juni 2024

Black Box Gen Z?

Blaulicht hinter den Kulissen

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Tanja Klement
Tanja Klement
Tanja Klement kümmert sich um Social Media und Podcast. Nach Feierabend sitzt sie gerne noch an der Nähmaschine.

Der Einstieg der Generation Z in den Arbeitsmarkt fällt zeitlich zusammen mit dem Ausstieg der geburtenstarken Jahrgänge. Generalistische Aussagen wie „Die haben doch alle keine Lust zu arbeiten!“ oder „Mit der Einstellung können wir die hier nicht brauchen!“ sind also nicht nur Ausdruck der Vorverurteilung einer ganzen Generation sondern auch engstirnig und weltfremd. Schon seit Jahren werden in vielen Bereichen mehr Stellen frei, als neu besetzt werden können. Und es gibt niemanden, mit dem man sie besetzten könnte, der nicht Teil dieser oh so problematischen Generation ist.

Was ist eigentlich dieses Problem? Die Jugend von heute, die war doch angeblich schon immer weniger gesittet, weniger fleißig und weniger belastbar als ihre Vorgänger. Das galt für die „Hippies“ und „Gammler“ genauso wie für die „Hipster“ und jetzt eben die Gen Z. Dabei beschreibt die Kluft zwischen der Jugend und der jeweiligen Arbeitgebergeneration meist weniger etwaige Defizite und mehr die extremen Unterschiede zwischen den Lebenswelten, die hier aufeinander treffen. Wer sich heute damit brüstet, er oder sie habe ja schließlich noch draußen gespielt und im Fernsehen habe es nur 3 Programme gegeben, hat mit den Menschen, die nur eine Welt ohne Twin Towers, dafür aber mit Kabelfernsehen, Handys und Internet kennen, von Haus aus wenig gemeinsam.

Verschiedene Generationen sind geprägt von den historischen Ereignissen, Technologien und Werten ihrer Zeit. Das ist ein unumgänglicher Bestandteil einer sich stetig weiter entwickelnden Gesellschaft. Doch der Fortschritt entwickelt sich dabei nicht plötzlich zurück. Auch die Generation Alpha wird sich wieder anders entwickeln als ihre Vorgänger. Den Wandel in der Gesellschaft leugnen oder verteufeln zu wollen ist nicht zielführend. Auch nicht in der Arbeitswelt.

Stattdessen sollten Führungskräfte offen auf die potentiellen Nachwuchskräfte zugehen, Prozesse und Ausbildungen dahingehend anpassen, dass aus Bewerber*innen selbständige und verantwortungsvolle Mitarbeiter*innen werden und Strukturen, die partout nicht mit der „neuen“ Generation zu vereinen sind, kritisch prüfen und wo nötig anpassen. Das gilt auch und vielleicht in besonderem Maße für den öffentlichen Dienst und seine Organe. Denn obwohl die Beamt*innen von morgen immer auch ihren Dienstherren repräsentieren, sind sie beim Berufseinstieg doch „nur“ normale Bewerber*innen.  

Wie passt die Gen Z in den Polizeidienst?

Damit beschäftigt sich „Generation Z und Alpha. Verstehen, gewinnen, binden – ein Wegweiser für die Polizei“ von Bernd Bürger & Heidi Ellner.

Hier zwei Meinungen zum Buch:

“Von der Gestaltung des Recruiting-Prozesses über die Transformation der Ausbildung bis hin zur Mitarbeiterbindung – Bürger und Ellner liefern eine ganzheitliche Betrachtung und praxisnahe Empfehlungen für eine zukunftsorientierte Polizeiarbeit. Insgesamt ist das Buch unverzichtbar für Mitarbeitende, Führungskräfte und alle, die sich für eine moderne und generationsgerechte Organisation einsetzen. Ein Muss für alle, die die Zukunft der Polizei mitgestalten wollen.” – Gerd Thielmann

“In einer Zeit des rasanten Wandels, geprägt von technologischen Innovationen, weltweiten Krisen und neuen Generationen, stehen Organisationen vor der Herausforderung, sich anzupassen und zeitgemäße Arbeitsweisen zu etablieren. Polizeidirektor Dr. Bernd Bürger, M.A., M.A. und Dipl.-Päd.in Heidi Ellner nehmen sich der Thematik in einem Essential an. Durch diese unkonventionelle Zusammenarbeit entsteht eine Reflexion über die Generationen Z und Alpha und deren Herausforderungen in einem Umfeld, das nach neuen Ansätzen verlangt. Das Buch “Generation Z und Alpha” der beiden Autoren, welche sich einerseits wissenschaftlich und andererseits beruflich im Wirkungsfeld der deutschen Bundes- bzw. Landespolizei bewegen, wirft einen faszinierenden Blick auf einen Bereich, der traditionell von Ordnung und Autorität geprägt ist – die Polizei.” – Andreas Hohensinn, Referent im Bundesministerium für Inneres in Wien, Bereich Krisenmanagement, Lageinformation und Leitstellenangelegenheiten

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