Dienstag, 27. Februar 2024

Zeit des Gebens

Es weihnachtet im ÖD

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Ann Kathrin Herweg
Ann Kathrin Herweg
Ann Kathrin Herweg ist Teil der Online-Redaktion, koordiniert das E-Journal und unterstützt digitale Veranstaltungen. Auch in ihrer Freizeit ist sie gerne auf Veranstaltungen unterwegs, dann aber als Kamerafrau oder Lichttechnikerin.

Das Haus ist winterlich dekoriert und hell erleuchtet. Es duftet nach selbstgebackenen Plätzchen. Unterm Tannenbaum liegen bunt verpackte Päckchen. Kinderaugen strahlen, wenn sie die vielen Geschenke erblicken. So oder so ähnlich sieht Weihnachten bei vielen Menschen aus – wenn sie es sich leisten können. Weihnachten ist aber glücklicherweise nicht nur die Zeit des Überflusses, sondern auch die Zeit des Gebens und der Nächstenliebe. Das gilt in vielen Städten und Gemeinden ganz praktisch und so hat man vor Ort die unterschiedlichsten Ideen entwickelt, um auch denjenigen, die sich ein üppiges Fest gerade nicht leisten können, eine fröhliche Weihnacht zu bescheren. Die Städte Bornheim, Kaufbeuren und Landau geben uns einen Einblick in ihre Weihnachtsaktionen.

Weihnachtsbeihilfe der Stadt Kaufbeuren … damit Kinderaugen leuchten

(Foto: Christoph Rothe/Stadt Kaufbeuren)

Wenn die Eltern wenig Geld haben, sind die Kinder häufig benachteiligt. Um den Kindern an Weihnachten eine Freude zu machen, hat Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse vor über fünfzehn Jahren die Weihnachtsbeihilfe für bedürftige Kinder initiiert. Die Aktion wird zu 100 Prozent über Spenden finanziert. Damit Kinderaugen leuchten, werden jährlich rund 45.000 Euro an Spendengeldern benötigt. Viele Bürger*innen sowie Firmen und Institutionen in Kaufbeuren unterstützen die Weihnachtsbeihilfe teilweise schon über Jahre mit Spenden. Eltern oder alleinerziehende Mütter oder Väter, die Sozialleistungen nach dem Sozialgesetzbuch oder dem Asylbewerberleistungsgesetz beziehen, können Anfang Dezember einen Gutschein über 80 Euro im Rathaus abholen. Jedes Kind bis zum vollendeten 16. Lebensjahr erhält einen Gutschein, der nur für Spielzeug, Sportartikel und Bücher in ausgewählten Geschäften eingelöst werden kann. Das sind in diesem Jahr 620 Kinder. Die Aktion wird gut angenommen: In den vergangenen Jahren haben rund 95 Prozent der Familien den Gutschein abgeholt.

Spendenkonto:
Sparkasse Allgäu
IBAN: DE55 7335 0000 0000 0100 58
Stichwort: „Weihnachtsbeihilfe für bedürftige Kinder“.
Eine Spendenquittung wird ausgestellt.


(Foto: privat)

Tanja Igerl, Pressesprecherin. Ich bin zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der Stadt Kaufbeuren.

Wünsche am Weihnachtsbaum in Bornheim

Wie jedes Jahr schmücken Bornheimer Zweitklässler den Weihnachtswunschbaum. (Foto: Stadt Bornheim)

Ein Weihnachtsbaum, der Wünsche erfüllt, steht zurzeit im Bornheimer Rathaus. Dort lädt die Verwaltung mit einer schön geschmückten Tanne alle Jahre wieder zur „Weihnachtswunschbaum-Aktion“ ein, bei der Kinder aus bedürftigen Familien anonym Wunschzettel ausfüllen. Die Wünsche werden im Sozialamt gesammelt und können dort von Bürger*innen erfragt und dann erfüllt werden.

Die Aktion gibt es seit 16 Jahren; diesmal haben die Bornheimer Grundschulen und Kindertagesstätten insgesamt 313 Wünsche an die Stadt weitergegeben, 31 mehr als im vergangenen Jahr. Die Bandbreite reicht von Büchern über Puppen, Fußbällen und Lego bis hin zu ferngesteuerten Autos und Armbanduhren. Auch Kleidung steht auf den Wunschzetteln, zum Beispiel eine Mütze, ein Schal oder Sportsachen.

Die Geschenke sollen höchstens 25 Euro kosten und werden in der Verwaltung gesammelt, liebevoll eingepackt und weitergegeben. Auch diesmal freut sich die Stadt über eine rege Beteiligung der Bornheimer*innen – alle Wunschzettel waren ganz schnell verteilt.


(Foto: privat)

Susanne Römer-Winkler ist Pressesprecherin der Stadt Bornheim und macht die Öffentlichkeitsarbeit zur „Weihnachtswunschbaum-Aktion“.

Mit „Ebbes ausm Schuhkarton“ bescheren Landauer*innen die, denen es nicht so gut geht

Viele Landauer*innen packen Gutscheine, haltbare Lebensmittel, Deko-Artikel, Handschuhe und Socken in einen Schuhkarton und geben ihn im Haus der Jugend ab. (Foto: Stadt Landau)

Wer in Landau in der Pfalz an weniger gut gestellte Mitbürger*innen denkt, bezahlt in der Bäckerei oder im Dönerladen noch „Ebbes für ins Glas“ – also etwas für ins Glas. Wer knapp bei Kasse, aber hungrig oder durstig ist, kann dann auf „Ebbes ausm Glas“ zurückgreifen und bekommt das belegte Brötchen oder den Kaffee, ohne dafür zu bezahlen.

Die Aktion hatten die städtischen Streetworker*innen 2020 ins Leben gerufen und seitdem gibt es auch die Weihnachtsvariante „Ebbes ausm Schuhkarton“. Dabei packen viele Landauer*innen hübsch verpackte Schuhkartons und geben die dann im städtischen Haus der Jugend ab. Hinein können zum Beispiel Gutscheine, haltbare Lebensmittel, Deko-Artikel, Handschuhe und Socken. Wer möchte, kann eine persönliche Nachricht dazulegen.

Die Streetworker*innen der Stadt bringen ihren Klient*innen dann „Ebbes ausm Schuhkarton“ und zeigen ihnen, dass auch sie Teil von Weihnachten in Landau sind.


(Foto: Stadt Landau)

Lena Wind arbeitet in der Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit und Bürgerbeteiligung der Stadtverwaltung Landau in der Pfalz und hat auch schon selbst einen Schuhkarton zu Weihnachten gepackt.

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