Montag, 22. Juli 2024

Von der Jugendfeuerwehr zur Einsatzabteilung

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Jugendfeuerwehren gibt es fast überall: In (Groß-)Städten, Kreisen und Gemeinden. Sie werden gebraucht, um die Freiwilligkeit innerhalb der Feuerwehren zu sichern und das gesellschaftliche Leben aufrechtzuhalten. Jugendfeuerwehren bieten jungen Menschen die Möglichkeit, von klein auf zu lernen, was Gemeinsinn bedeutet.

Die Jugendfeuerwehr ist das Organ der Nachwuchsgewinnung der Freiwilligen Feuerwehr. Problematisch ist allerdings vielfach der Übergang von der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung. Die feuerwehrtechnische Ausbildung in den Jugendfeuerwehren erfüllt zum größten Teil die Erwartungen der Wehrführer*innen. Die jungen Menschen sind teamfähig und zeigen kameradschaftliches Verhalten, was bedeutet, die Jugendfeuerwehren vermitteln auch hier die erwarteten sozialen Kompetenzen.

Der Übergang in die Einsatzabteilung

Der letzte Jugendfeuerwehrdienst, bevor man offiziell in die Einsatzabteilung übertritt, ist für jedes Jugendfeuerwehrmitglied etwas Besonderes. Man tauscht die Schutzkleidung der Jugendfeuerwehr in die der Einsatzabteilung und gehört fortan als aktives Mitglied dazu. Der Übertritt von Mädchen und Jungen aus der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung ist dennoch ein Knackpunkt in der Mitgliederbindung. Häufig wird die Jugendarbeit an dieser Quote gemessen. Doch die Statistik stellt nicht konkret dar, wann und woran der Übertritt in dem einzelnen Fall gescheitert sein könnte.

(Foto: Deutsche Jugendfeuerwehr)

Es gibt Bedingungen, die eine Feuerwehr kaum beeinflussen kann: Besonders junge Menschen stecken mitten in der Entwicklung – ihre Interessen, Prioritäten und persönliche Lebenssituation ändern sich stetig. Ein Wohnortwechsel, eine Ausbildung, ein Studium, ein neuer Beruf oder auch eine neue Partnerschaft können einen Austritt zur Folge haben. Durch das vielfältige Freizeitangebot und die höhere Mobilität, die meist der Erwerb des Führerscheins mit sich bringt, konkurriert die Feuerwehr mit einer Vielzahl an Optionen.

Engagement von jungen Menschen verläuft in Schüben

Es gibt nicht das eine Jugendfeuerwehrmitglied! Es muss darauf eingegangen werden, welche Bedürfnisse Jugendliche haben und wie ihre Lebenswirklichkeit aussieht, um ihnen wirklich gerecht zu werden. Engagement von jungen Menschen verläuft häufig in Schüben – es gibt sowohl Hoch- als auch Tiefpunkte. Wenn sie keine Freiräume für eine Auszeit bei einer Talfahrt bekommen, treten sie aus. Vom nächsten Anstieg des Engagements profitiert die (Jugend-)Feuerwehr dann nicht mehr.

Aber auch ein starkes Engagement der Jugendleitung ist keine Garantie für eine erfolgreiche Mitgliederbindung in der Übertrittsphase. Hier müssen Jugendfeuerwehrwart*innen und FF-Führungskräfte an einem Strang ziehen und eine richtige Übergabe durchführen. Wichtig sind dabei besonders diese beiden Fragen: Was spricht vielleicht gegen einen Übertritt? Warum könnte eine Integration in die Einsatzabteilung schwerfallen?

Was tun bei Motivationsproblemen?

Bei Motivationsproblemen beispielsweise bietet es sich an, den Jugendlichen früher Schnupperdienste in den aktiven Wehren anzubieten. Zusätzlich kann die/der Wehrführer*in die Kommunikation der Jugendwart*in unterstützen und den Anwärter*innen die Perspektiven aufzeigen, die mit dem nahenden Übertritt verbunden sind.

(Foto: Deutsche Jugendfeuerwehr)

Sollte Schule, Ausbildung oder Studium die Zeit der Jugendlichen in der Übergangsphase stark einschränken, ist Kommunikation das A und O. Unter den Führungskräften muss der Zeitmangel bewusst kommuniziert werden, damit den jungen Menschen anfänglich keine zu hohe Erwartungshaltung entgegengebracht wird. Für die wichtigsten Lehrgänge (Truppmann, Atemschutz) kann gemeinsam mit den Jugendlichen ein Zeitplan erstellt werden, der an Prüfungsphasen, Urlaubszeiten und Semesterferien angepasst ist. Die privaten Pläne der Jugendlichen müssen berücksichtigt werden. So kann ihr Engagement wertgeschätzt werden– und erhalten bleiben.

Auf der örtlichen Ebene müssen immer individuelle Lösungen gefunden werden, da es kein Patentrezept gibt. Hierbei sind sicher auch länderspezifische Aspekte zu berücksichtigen. Kommunikation und Verständnis für die Lebenssituation der Jugendlichen sind unerlässlich für die langfristige Motivation und Mitgliederbindung in der (Jugend-)Feuerwehr.

Die Deutsche Jugendfeuerwehr ist der Zusammenschluss aller Jugendfeuerwehren Deutschlands mit mehr als 270.000 Mitgliedern im Alter zwischen acht und 18 Jahren. Mehr als 18.000 ehrenamtliche Jugendfeuerwehrwart*innen sowie ihre rund 64.000 Stellvertreter*innen, Betreuer*innen und Helfer*innen haben im Jahr 2018 rund 7,5 Millionen Stunden in die Nachwuchsarbeit der Jugendfeuerwehr investiert.

Weitere Informationen findet ihr auf der Website der Deutschen Jugendfeuerwehr unter www.jugendfeuerwehr.de.

Eure Ansprechpartnerin für Rückfragen

Isabel Denz, Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Tel: 030 – 2888 488 22 | E-Mail: denz@jugendfeuerwehr

Isabel Denz verantwortet als Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit die internen und externen Kommunikationsmaßnahmen der Deutschen Jugendfeuerwehr (DJF). Zu ihren Aufgabenbereichen gehören beispielsweise die Erstellung von Pressemitteilungen und Stellungnahmen, sowie die Pflege der Website und sozialen Netzwerke. Isabel Denz begleitet Veranstaltungen und Projekte medial sowie den Fachausschuss Öffentlichkeitsarbeit der DJF auf Bundesebene.

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