Donnerstag, 1. Dezember 2022

Der Weg der Spende beim Bündnis „Aktion Deutschland Hilft“

Resilienz - Prävention und Reaktion

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Koordinierte und effiziente Nothilfe für Menschen, die von humanitären Katastrophen betroffen sind: Das ist der Auftrag von „Aktion Deutschland Hilft“, in dem mehr als 20 Bündnisorganisationen zusammengeschlossen sind. In ihrer Zusammenarbeit ist der nachhaltige Einsatz von Spenden ein vorrangiges Ziel.

Wer sich für eine Spende entscheidet, stellt sich vorher auch die Frage, was mit seiner Zuwendung geschieht und wie diese für Menschen in Not eingesetzt wird. Ein transparenter Umgang mit dieser Frage ist daher für das Bündnis „Aktion Deutschland Hilft“ und die angeschlossenen Hilfswerke sehr wichtig, um das Vertrauen von Spender*innen zu gewinnen und zu erhalten.

Der Spendenaufruf

Im Fall einer humanitären Katastrophe entscheidet das Bündnis nach dem konkreten Bedarf vor Ort, ob ein Spendenaufruf an die Bevölkerung gerichtet wird. Für die Bedarfsermittlung sind Bündnisorganisationen in den meisten Regionen der Welt aktiv und vernetzen sich untereinander sowie über lokale Partner, um örtliche Bedürfnisse im Katastrophenfall schnell und zielgerichtet zu ermitteln. Eingebettet in dieses enge Netzwerk ist es den Helfer*innen möglich, zeitnah nach der Katastrophe aktiv zu werden und das Bündnis „Aktion Deutschland Hilft“ ruft auch die deutsche Bevölkerung in einem abgestimmten Vorgehen zu Spenden für konkrete Hilfseinsätze wie zum Beispiel der Flut in Südasien, dem Krieg in der Ukraine oder der Hungersnot in Afghanistan auf.

Stichwortgebundene Spenden und „Nothilfe weltweit“

Spenden für ein bestimmtes Stichwort sind zweckgebunden und dürfen nur für die Regionen eingesetzt werden, die von der jeweiligen Katastrophe betroffen sind. Nach einem vorab festgelegten Schlüssel werden diese Spendengelder von den Bündnisorganisationen abgerufen, die in den Krisengebieten Hilfe leisten. Dabei orientiert sich der Verteilungsschlüssel an den tatsächlichen Hilfskapazitäten der vor Ort tätigen Organisationen. So wird sichergestellt, dass betroffenen Menschen sowohl in der ersten Phase nach der Katastrophe als auch beim späteren Wiederaufbau geholfen wird. Die langfristige Perspektive eines Hilfseinsatzes spielt dabei eine zentrale Rolle, denn auch dann, wenn die Aufmerksamkeit von Politik oder Medien nachlassen, sind Bündnisorganisationen von „Aktion Deutschland Hilft“ vor Ort, um die Menschen in Not zu unterstützen.

Wer keine konkrete Katastrophe unterstützen möchte, damit seine Spende dort eingesetzt werden kann, wo sie gerade am dringendsten benötigt wird, kann das bei „Aktion Deutschland Hilft“ unter dem Stichwort „Nothilfe weltweit“ tun. Diese Spenden werden von den angeschlossenen Hilfsorganisationen dort eingesetzt, wo die Not von Menschen groß ist – die finanziellen Mittel aber gering.

Die Verteilung der Spenden für langfristige Hilfe

Über den Einsatz der Spenden für konkrete Hilfsmaßnahmen entscheiden die Bündnisorganisationen mit ihrer jahrelangen Erfahrung in der humanitären Hilfe und gemeinsam mit Partnern vor Ort. Durch die gemeinsame Zusammenarbeit vieler Hilfswerke können alle gesellschaftlichen Gruppen, wie auch ältere Menschen oder Menschen mit Behinderungen einbezogen und entsprechend ihrer individuellen Bedürfnisse unterstützt werden. Direkt nach einer akuten Katastrophe steht dabei die Rettung und Notversorgung von Menschen im Vordergrund, während es später auch um den Wiederaufbau von Infrastruktur und Gebäuden geht. Neben der Bereitstellung überlebenswichtiger Ressourcen wie sauberem Trinkwasser, medizinischen Gütern oder Lebensmitteln zählen dazu auch finanzielle Leistungen durch Bargeldhilfen, mit denen die Menschen selbstbestimmt ihren individuellen Bedarf decken können.  

Vorsorge als wichtiger Teil der Katastrophenhilfe

Durch die Folgen des Klimawandels, wachsende Ressourcenknappheit und steigende Armut wachsen auch die Risiken für kriegerische Auseinandersetzungen oder Naturkatastrophen. Immer bedeutender wird daher auch die Vorsorge vor Katastrophen, um Leid zu lindern und präventiv vorzubeugen. Bündnisorganisationen können Spendengelder so noch nachhaltiger einsetzen, um gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung Notfallpläne zu erarbeiten, Risiken zu erkennen oder die Folgen des Klimawandels zu mildern. Mit abgestimmten Maßnahmen vor Ort und einer Einbeziehung der Bevölkerung gelingt es so vielerorts inzwischen auch, die Zahl notleidender Menschen zu reduzieren.

Qualitätsstandards in der Not- und Katastrophenhilfe

Humanitäre Hilfe nach Katastrophen hat sich auch durch die nationale und internationale Vernetzung und den fachlichen Austausch untereinander in den letzten Jahrzehnten immer weiter professionalisiert. So handeln humanitäre Nichtregierungsorganisationen (NGOs) jederzeit nach internationalen, einheitlichen Standards. Sie garantieren eine Achtung der Menschenwürde auch nach humanitären Katastrophen. Durch sie verpflichten sich Hilfsorganisationen auch, Menschen vor Ort ohne jede Diskriminierung zu helfen und dabei ihre individuellen Bedürfnisse in das Zentrum jeder Hilfsmaßnahme zu rücken. Für Spender*innen haben einheitliche Standards ebenfalls einen Vorteil: Die Empfänger der Spende bekennen sich durch sie zu ihrer Pflicht, Rechenschaft abzulegen und Qualitätsstandards einzuhalten.

Von der Spende an das Bündnis „Aktion Deutschland Hilft“ bis zur Umsetzung der Hilfe nach einer Katastrophe werden alle Schritte in enger Koordination untereinander, mit lokalen Gemeinschaften und Partnern gegangen mit dem stetigen Ziel: Menschen Hilfe zu leisten, wo sie am dringendsten benötigt wird.


Mark Offermann, Junior-Referent Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei „Aktion Deutschland Hilft“, hat als Volontär im Bündnis deutscher Hilfsorganisationen angefangen. Der studierte Politikwissenschaftler lernte schnell, dass die humanitäre Hilfe für Menschen in Not nur durch koordiniertes und nachhaltiges Handeln gelingen kann.

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