Donnerstag, 1. Dezember 2022

Geschlechtergleichstellung international noch immer unerreicht

m/w/d (work in progress)

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Im Berlin haben sich im vergangenen Monat die G7-Gleichstellungminister*innen zu ihrer jährlichen Konferenz versammelt, um sich über Themen zur Gleichstellungspolitik auszutauschen. Einberufen wurde die Konferenz von der deutschen Bundesfrauenministerin Lisa Paus, weil Deutschland im Jahr 2022 die Präsidentschaft innehat. Neben den Minister*innen nahmen auch die Vorsitzende des G7-Beirats für Gleichstellungsfragen, Prof. Jutta Allmendinger, sowie die Vorsitzende des Deutschen Frauenrats, Dr. Beate von Miquel, an den Diskussionen teil.  

Im Mittelpunkt der Konferenz standen überwiegend dieselben Themen, die bisher unter der deutschen Präsidentschaft besondere Berücksichtigung gefunden haben: So soll vor allem die Gleichstellung der Geschlechter vorangebracht und unbezahlte Care-Arbeit zwischen den Geschlechtern gerecht aufgeteilt werden. Zudem sollen beruflich selbstständige Frauen mehr gefördert werden – nur rund neun Prozent aller erwerbstätigen Frauen in den G7-Ländern sind selbstständig, da sie noch immer mit Finanzierungsproblemen und stereotypen Vorurteilen zu kämpfen haben. Ebenso sollen die Rechte von LGBTIQ-Personen gestärkt werden.

In Reaktion auf das aktuelle politische und gesellschaftliche Geschehen wurden auch die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Frauen und Mädchen angesprochen, ebenso wie die Situation der Frauen und Mädchen im Iran sowie der Ukraine.

Gleichstellung weltweit noch immer nicht erreicht

“Gleichstellung ist ein universelles Menschenrecht und ein Grundwert demokratischer Gesellschaften. Rund um den Globus müssen Frauen aber noch immer für dieses Recht kämpfen”, erläutert Paus und betont die Brisanz von Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern auch in der heutigen Zeit: “Bis heute ist Gleichstellung in keinem Land der Welt vollständig erreicht.” Lösungsansätze für diese Problematik der Benachteiligung von Frauen und Mädchen liegen in deren wirtschaftlichen Stärkung, Bildungsgerechtigkeit und Schutz bzw. Prävention vor geschlechtsspezifischer Gewalt, wie es etwa im “G7 Gender Equality Track”-Projekt vorgesehen ist.

Bereits im Juni 2022 haben die G7-Gleichstellungsminister*innen und unter der deutschen Präsidentschaft bei einem Gipfeltreffen in Elmau eine neue Methode zur jährlichen Analyse und Messung der Gleichstellungsfortschritte entwickelt: Das “G7 Dashboard on Gender Gaps” dokumentiert anhand von zwölf Indikatoren den aktuellen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Zustand der Gleichstellung und liefert so wichtige Impulse für neue politische Richtlinien und Ausrichtungen.   

Einsatz für mehr Geschlechtergerechtigkeit – Solidarität mit den Iranerinnen

Die Konferenz wurde mit einer Gemeinsamen Erklärung der Teilnehmer*innen für ihren Einsatz zugunsten einer geschlechtergerechten Welt beschlossen. Mit ihrer Selbstverpflichtung sagen die Minister*innen auch weiterhin ihren Einsatz für die Gleichstellung der Geschlechter sowie ihren Einsatz für die Rechte von LGBTIQ-Personen zu. Darüber hinaus sollen weitere Arbeitsschwerpunkte auf der verstärkten Förderung von beruflich selbstständigen Frauen und der gerechten Aufteilung von unbezahlter Sorge-Arbeit liegen.

Mit ihrem abschließenden Appell an die iranische Regierung setzt die Konferenz außerdem ein klares Zeichen der Solidarität: Unter Berufung auf die Menschenrechte fordert sie die Behörden dazu auf, Gewalt und Verfolgung von iranischen Frauen und Mädchen umgehend zu beenden.

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