Montag, 22. April 2024

Netzwerken für eine gesunde Stadt – so funktioniert‘s

Von Vorsorge bis Versorgung

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Gemeinsam die Gesundheit in der Stadt oder der Gemeinde fördern – Claudia Ostermann und Petra Thermann aus dem Gesundheitsamt der Stadt Frankfurt am Main wissen, wie das funktioniert: „Indem man alle möglichen Akteure aus allen möglichen Bereichen zusammenbringt“, sagt Claudia Ostermann. „Denn in den meisten Kommunen gibt es schon sehr viele Angebote, die Leute müssen nur davon erfahren. Und: Aus guten Angeboten lassen sich zusammen oftmals noch bessere entwickeln“, ergänzt Petra Thermann.

Claudia Ostermann und Petra Thermann koordinieren die GUT GEHT’S Strategie des Frankfurter Gesundheitsamts, eines der größten in ganz Deutschland, und erreichen damit Menschen jedes Alters in den Stadtteilen und Vierteln der Finanzmetropole. Dabei treten sie nicht direkt mit den Bürger*innen in Kontakt, sondern vernetzen Vereine, Institutionen, städtische Ämter, soziale Einrichtungen, Jugendhäuser, Einzelpersonen und alle, die mit ihren Projekten daran arbeiten, die Gesundheit der Frankfurter*innen zu fördern, indem sie Beratungs-, Bewegungs- oder Begegnungsangebote für diverse Zielgruppen machen.

In der Praxis kann das so aussehen: „Wenn eine Jugendgruppe einen Hip-Hop-Treff auf die Beine stellen will, aber nicht weiß, wo sie einen geeigneten Raum dafür finden kann, würden wir sie zum Beispiel an die Quartiersmanager*innen vom ‚Frankfurter Programm – Aktive Nachbarschaft‘ des Jugend- und Sozialamts verweisen“, erklärt Claudia Ostermann. „Die kennen ihre Stadtteile und können so etwa den Kontakt zu einem Verein herstellen, der der Jugendgruppe den Raum zur Verfügung stellen könnte. Und natürlich machen wir auch auf die Angebote unseres eigenen Amtes aufmerksam, zum Beispiel auf die Zahnputzstunde für Null- bis Dreijährige, die Gesundheitsspaziergänge oder die Beratungsstelle für Jugendliche und junge Erwachsene, in der sich 16- bis 24-jährige auf sexuell übertragbare Krankheiten testen lassen können.“

Klingt spannend? Für alle, die sich in ihrer Kommune für die Gesundheit der Bürger*innen engagieren oder gar ein Projekt ähnlich GUT GEHT’S initiieren wollen, haben Claudia Ostermann und Petra Thermann hier ein paar Tipps:

  • Sich von anderen Kommunen inspirieren lassen: Was gibt es in anderen Städten und Gemeinden, was es bei uns auch geben könnte? Best Practice Beispiele zu sammeln, lässt eigene Ideen reifen. 
  • Wissen, wer in der Kommune für was zuständig ist: In jeder Stadt oder Gemeinde gibt es für bestimmte Themen bestimmte Ansprechpersonen. Wer sie kennt, kann von ihrem Wissen und ihren Kontakten profitieren.
  • Andere Ämter ins Boot holen, etwa aus den Bereichen Sport, Jugend- und Soziales, Stadtplanung oder Grünflächen – es gibt viele Sparten, in denen man etwas für die Gesundheit der Bürger*innen tun kann.
  • Eine Bestandsaufnahme machen: Welche Präventions- und Gesundheitsförderungsprojekte (kommunal, privat, von Vereinen getragen) gibt es schon in unserer Kommune? Eine Ist-Analyse verschafft einen Überblick und ist der erste Schritt zum Aufbau eines Netzwerks.
  • Sich vernetzen und austauschen: Gemeinsam kommt man auf mehr Ideen, gemeinsam kann man sie einfacher angehen und umsetzen. In Frankfurt gibt es dafür zum Beispiel die Stadtgesundheitskonferenz, die einmal im Jahr stattfindet.
  • Wissen und Strukturen nutzen: Vereine, Institutionen und all die anderen Aktiven in den Kommunen, Stadt- oder Ortsteilen kennen die Bedarfe der Menschen so gut wie kaum ein anderer und wissen, was bestimmte Zielgruppen brauchen. Je passender und niedrigschwelliger die Gesundheitsangebote, desto mehr Menschen können sie nutzen.
  • Den Spaß nicht vergessen: Auch er trägt zum Wohlbefinden bei (bei Initiator*innen und Bürger*innen) und hilft, Gesundheitsbewusstsein zu fördern. Etwas, das Freude bringt, macht man viel lieber als etwas, das mit Strenge vermittelt wird.

Apropos Spaß. Claudia Ostermann und Petra Thermann haben bei ihrer Arbeit als Gesundheitsförderinnen und Netzwerkerinnen für ein gesundes Frankfurt viel Freude. Sie schätzen die Kreativität, die ihr Job fordert, das Kontakteknüpfen und –pflegen. Und vor allem den Nutzen, den die Bürger*innen daraus ziehen: „Es ist toll, gemeinsam mit so vielen engagierten Leuten in der ganzen Stadt Gesundheitsförderung zu gestalten“, sagt Claudia Ostermann. „Und es ist ein gutes Gefühl, durch unsere Arbeit das Wohlbefinden der Menschen in Frankfurt zu fördern“, ergänzt Petra Thermann.


(Foto: A. Prechel)

Anja Prechel ist Redakteurin und Teil des Newsroom-Teams des Gesundheitsamts Frankfurt am Main, das mit dem Konzept des Newsrooms neue Standards in der Kommunikation des Gesundheitsamts setzt. Das Team plant Themen und Publikationen, produziert Inhalte und veröffentlicht sie in verschiedenen Formaten auf den Internetseiten der Stadt Frankfurt, auf den Social Media-Kanälen Instagram und Facebook des Gesundheitsamts, in Pressemitteilungen, Infoblättern und Broschüren.

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