Donnerstag, 25. Juli 2024

Beweg‘ was: Laufen für Menschen in Not

Nebenbei gesund

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Ein Wettlauf an der Schule, bei dem es nur Gewinner*innen gibt? Das klingt zu schön, um wahr zu sein und ist es doch, denn so lassen sich in wenigen Worten Spendenläufe beschreiben. Sie sind zudem einer der niederschwelligsten Wege, Geld für einen guten Zweck zu sammeln.

Vor allem bei akuten Krisen, etwa zu Beginn des Ukraine-Konfliktes, gibt es schier unzählige Schulen, die in Form von solchen Läufen für Menschen in Not Geld sammeln möchten. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) unterstützt gerne bei der Organisation, auch vor und nach dem Lauf.

Die Läufe bieten viele Vorteile: Sie sind schnell geplant, bereits die kleinsten Schüler*innen können mitmachen, und es kommt schnell eine sehr große Summe zusammen, auch wenn die einzelnen Sponsor*innen nur kleine Beträge bereitstellen, um ein paar zu nennen. Außerdem stärken sie die Gemeinschaft der Schüler*innen untereinander und fördern ganz nebenbei das Organisationstalent aller teilnehmenden Kinder.

Ein guter Zweck, der für alle gut ist

Gutes zu tun, tut einem immer auch selbst gut, bei einem Spendenlauf gibt es aber neben dem guten Gefühl auch noch eine Sporteinheit dazu, die die Gesundheit fördert. Und dadurch, dass man mehr Geld sammelt, je weiter man läuft, ist man auch motiviert, sich besonders anzustrengen. Doch bevor ein solcher Lauf stattfinden kann, muss man einiges beachten.

Vor dem Lauf: Zeit für die Orga

Die erste Frage, die sich alle Beteiligten vor der Aktion stellen sollten: Für welchen Zweck und für welche gemeinnützige Organisation wollen wir laufen? Erfahrungsgemäß haben viele Schulen entweder bereits Partnerprojekte, die sie regelmäßig unterstützen, oder sie sammeln bei akuten und konkreten Katastrophen und Krisen. Darüber hinaus gibt es vielleicht persönliche Berührungspunkte: Eltern arbeiten bei einer Hilfsorganisation, Klassenkamerad*innen stammen aus einem Land, in dem Hilfsbedarf besteht oder eine Weltregion, die Thema im Unterricht war, ist von einer Krise betroffen.

Anschließend müssen ein Datum und ein Ort für den Lauf gefunden werden. Von der Laufstrecke und Dauer hängt ab, wie man das Geld der Sponsor*innen sammeln will. Ob pro Runde oder pro Kilometer, alles ist denkbar. Wichtig ist, das Alter der laufenden Schüler*innen zu beachten.

Laufzettel vorbereiten und Sponsor*innen finden

Wenn alle Rahmenbedingungen feststehen, gilt es für die Schüler*innen, aktiv zu werden und die Werbetrommel für sich selbst und die Aktion zu rühren. Denn es gilt Sponsor*innen zu finden, die jede Runde (oder jeden Kilometer), die gelaufen wird, mit einem selbstgewählten Betrag unterstützen. Dabei können alle aus der Familie, aber auch Freund*innen oder sogar lokale Sportvereine oder Geschäfte gefragt werden. Dabei muss aber bedacht werden, dass es in der Regel schwierig wird, nach einem solchen Lauf Spendenquittungen für die Sponsor*innen auszustellen.

Um alles festzuhalten, gibt es im Internet, auch beim DRK, Laufzettel, die gespeichert, ausgedruckt und verteilt werden können. Nun heißt es fleißig sein, Sponsor*innen finden und dem Lauf entgegenfiebern.

Der Tag des Sponsorenlaufs

Der große Tag ist gekommen, das Wetter hoffentlich 1A und alle fit und munter. Für den Lauf sollte bereits auch im Vorfeld geplant werden, wie genau die Messung der gerannten Strecke aller Kinder von statten geht.

Hier ein Beispiel, wie es ablaufen kann, vom letzten Spendenlauf meiner Kinder: Freiwillige Eltern und Lehrer*innen waren während des Laufs vor Ort. Ziel der Schüler*innen war es in 15 Minuten so viele Runden um ein Fußballfeld zu laufen, wie möglich. Die Sponsor*innen zahlten dabei pro gelaufener Runde einen zuvor vereinbarten Betrag. Es gab viele kleine Zettel mit Nummern ab 1 bis etwa 20 darauf. Nach jeder gelaufenen Runde kamen die Kinder zu den Eltern und holten sich eine neue Nummer ab, immer aufsteigend nach absolvierter Strecke. Damit kein Kind schummeln konnte (denn auch für den guten Zweck ist schummeln nicht in Ordnung!), musste die vorherige Nummer abgegeben werden. So war am Ende einfach erkennbar, wie viele Runden absolviert wurden. Das konnte dann schnell und einfach auf den Laufzetteln notiert werden.

Damit es nicht zu chaotisch wurde, wurde der Lauf auch nach Klassenstufen aufgeteilt. Bei dem Lauf kamen 13.700 Euro zusammen, die der Förderverein dann an die entsprechende Organisation überwiesen hat.

Fazit: Ein Spendenlauf ist eine rundum gelungene Aktion für den guten Zweck, der die Gemeinschaft fördert, zum Sport animiert und auch noch ein paar wichtige Skills für die berufliche Zukunft beibringen kann – zum Beispiel Organisationstalent und Selbstvermarktung.


(Foto: DRK)

Sebastian Thurow arbeitet als Referent für Online-Fundraising beim Deutschen Roten Kreuz. Er kümmert sich unter anderem um Schulen und Schulspenden. Daher ist er regelmäßig im Austausch mit Schüler*innen und Lehrer*innen, die mit Spendenläufen Menschen in Not helfen wollen.

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