Mittwoch, 30. November 2022

Die „Stiftung der Deutschen Polizeigewerkschaft“

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Es begann mit den immer wieder kehrenden Gedanken und Worten in Diskussionsrunden, „dass wäre jetzt mal nötig, wir sollten mal, wir müssten mal“, den Dienstherrn in die Pflicht nehmen und so weiter und so weiter.

1995 war es der damalige Landesvorstand der Deutschen Polizeigewerkschaft Bayern leid: „Unsere Kolleg*innen und Mitglieder nimmt Niemand ernst“, es sollte etwas Neues in der Hilfe für Polizeibeamt*innen beginnen.

Wir gründeten dann 1997 nach dem Motto „Hilfe durch Selbsthilfe“ die Stiftung, die sowohl Kolleg*innen mit dienstlichen Schädigungen als auch mit Schicksalsschlägen im privaten Bereich eine Hilfe anbietet.

Die Stiftung bekam eine Satzung die für jedermann auf unserer Homepage www.dpolg-stiftung.de nachlesbar ist.

Das Ziel war es Leistung anzubieten, die wir in unserem Falle mit Aufenthalten in den Stiftungshäusern in einmaliger Lage und Ruhe eingerichtet haben. Hier entsteht die Möglichkeit zu sich selbst zu finden.

Der Stiftungsgeist soll auch für die Gemeinschaft und die Gesundheit wirtschaftlicher Stabilität stehen.

Dazu kam ein weiterer Gedanke der uns beseelte, wenn wir, die Polizei, uns selbst helfen, dann nehmen wir doch gleich auch andere Bereiche der Blaulichtberufe hinzu. Dies wurde auch in der Satzung verankert. Wir entschlossen uns, wenn wir Bayern helfen, dann auch Deutschland weit und bemühten uns die Landesverbände und den Bund ins Boot zu holen.

Nun sind fast 25 Jahren vergangen wir konnten es nur schaffen, indem wir weit nach vorne dachten um so alle Schwierigkeiten durch Mut und Unverdrossenheit zu überwinden.

Heute können wir sagen: “Wir haben es geschafft“. An drei Standorten befinden sich unsere Liegenschaften, 17 Einheiten für 1 bis 6 Personen für Einzelpersonen, Paare und Familien mit Kindern.

Tausende von Schicksalen konnten bis heute bei uns Ruhe und Hilfe finden.

Auch Urlauber*innen können unsere Einrichtung bei freien Kapazitäten mieten.

Einige unserer Landesverbände stehen uns finanziell zur Seite. Sie wissen, dass Ihre Betroffenen bei uns Hilfe erfahren.

Therapieraum Natur

(Foto: Stiftung der Deutschen Polizeigewerkschaft)

In Fall am Sylvenstein konnten wir 1997 die heutigen Stiftungshäuser mieten, renovieren und hatten dann die Möglichkeit sie zu kaufen. Die Liebe zur Natur brachte uns den Moment, ein hinter unserem Haupthaus liegendes Waldgrundstück mit reiner Fichtenmonokultur, das zu einem Müllablageplatz verkommen war – Bau-, Garten- und Hausmüll wurden hier gelagert – vom Forst „zur Verfügung“ gestellt zu bekommen.

Bei einer Besichtigung unserer Häuser von leitenden Forstbeamten wurde dies angesprochen. Da aber auf ihrer Seite kein Geld für solche Arbeiten zur Verfügung steht, begann die Stiftung auf Anfrage eine Projektgestaltung zu planen.

Dies geschah mit finanzieller Hilfe der Allianz Umwelt Stiftung, der BBBank Stiftung und vielen, vielen Förderern, die so ein noch nie dagewesenes Projekt gern unterstützen wollten.

Nun fehlten nur noch Helfer*innen und Planer*innen.

Auf einen Artikel im Polizeispiegel Ende 2017 meldeten sich 72 Polizeikolleg*innen, die sich interessierten.

Der Forst stellte uns für die Planung einen Referendar zur Planung, Durchführung und Logistik mit Rat und Tat zur Seite stand und einem Holz- und Pflanzenfachmann der Forstbetriebe Bad Tölz.

Feuchtbiotop, Therapieraum Natur (Foto: Stiftung der Deutschen Polizeigewerkschaft)

Im April 2018 wurde zuerst ein Wildzaun um das 14.000qm² große Waldgrundstück errichtet, ein Weg gebaut, Feucht- und Trockenbiotope errichtet und 1/3 der Bestandfichten gerodet. Auf der neu entstandenen Freifläche wurden 950 Sträucher und 150 Laubbäumen, alles heimische Gewächse neu angepflanzt und gesetzt.

Seit dieser Zeit gibt es 2mal im Jahr eine Arbeitswoche, in denen bis zu 10 freiwillige Helfer*innen mitarbeiten um die Natur zu belassen und zu unterstützen.

Holzskulptur: Die Seele baumeln lassen (Foto: Stiftung der Deutschen Polizeigewerkschaft)

Dieser „Therapieraum Natur“ dient zur Erholung, als Anlaufstelle zur Gesundung und Gesunderhaltung für Körper, Geist und Seele.

Wir freuen uns über die stetig natürliche Entwicklung dieses Naturraums, der nur durch „Hilfe zur Selbsthilfe“ für Hilfesuchende, Traumatisierte, Urlauber*innen, Besucher*innen und JEDE*N von uns errichtet werden konnte.

Zeitsprung

2021 war das Hochwasser in Rheinland- Pfalz und Nordrhein-Westfalen besonders schlimm und forderte viele Tote.

Die Bundespolizei in der DPolG, vertreten durch ihren Vorsitzenden Heiko Teggatz ergriff die Initiative beim Schopfe und konnte mit uns eine Aktion starten. Nahezu 1000 Kolleg*innen waren zu Spenden bereit und es kamen über 120.000 € für betroffene Kolleg*innen zusammen. Wir konnten schon in diesem Jahr über 25 Familien helfen und werden das Geld auch in 2022 zur Erholung und Regeneration für Familien einsetzen und verwenden.

Es war für uns eine Sternstunde zu sehen wie „Hilfe durch Selbsthilfe“ funktioniert und von unseren Kolleg*innen deutschlandweit praktiziert wird.

Der Vorstand der Bundespolizei war vor Ort in Lenggries und Fall und will uns in Zukunft nachhaltig und zukunftsorientiert mit finanziellen Mitteln unterstützen.

Wir wollen und dürfen auf uns stolz sein. Unsere Gemeinschaft funktioniert und findet immer wieder neue Idealist*innen. Das Gemeinwohl funktioniert nur mit Vorbildern und einer unbürokratischen Hilfe. „Tun“ ist die Eigenschaft die uns weiter bringt.

Wir hoffen, I H R liebe Leser*innen versteht, j e d e * r ist mitverantwortlich. Wer in unserer Berufsgruppe anfängt zu arbeiten hat ein nennenswertes Gen: „Hilfe und Verantwortung“ zu tragen.

Berend Jochem gründete 1997 als Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft Bayern e.V. mit dem damaligen Landesvorstand die „Stiftung der Deutschen Polizeigewerkschaft“. 2005 wurde er erstmals zum Vorsitzenden der Stiftung gewählt und ist es bis heute.

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