Mittwoch, 1. Februar 2023

Was würdest du mit 1.000.000 € in deiner Stadt verändern?

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Angenommen, du könntest noch heute deinen Stadtteil verändern: du erhältst 1.000.000€ und darfst mit diesem Geld das realisieren, was dir seit langem fehlt. Was kommt dir direkt in den Kopf? Wodurch kann deine Stadt noch schöner werden und an welchen Stellen braucht es eine komplette Neugestaltung? 

Was, wenn du jedes Jahr neu gefragt werden würdest, was in deinem Stadtteil geändert werden soll? Deine Ideen könntest du sodann auf einer digitalen Plattform einfach hochladen, mit anderen jungen Menschen über diese diskutieren und nach einer demokratischen Abstimmung werden die favorisierten Projekte tatsächlich umgesetzt. So in etwa läuft seit 2014 Jugendbeteiligung in Boston, USA.

Als junge, ehrenamtlich Engagierte des gemeinnützigen Vereins Youth Lead the Change Germany e.V. (YLCG), wollen wir dieses Konzept nun in Deutschland pilotieren. Dafür suchen wir momentan eine Kommune, die das Konzept erstmalig in Deutschland umsetzt.

Wir sind davon überzeugt, dass es für junge Menschen deutlich mehr Formate geben muss, um sich in der eigenen Stadt einzubringen und ihren Heimatort mitzugestalten. Denn wir als junge Generation kennen die heutigen Schwierigkeiten und wollen uns mit kreativen Ideen und Projekten für ihre Lösungen einsetzen. Schließlich geht es um unsere Zukunft, die wir selbst mitgestalten wollen.

Doch Wünsche und Perspektiven unserer Altersgruppe kommen meist viel zu kurz – und das ist nicht nur schade, sondern auch fatal: 73 Prozent der jungen Menschen in Deutschland sind unzufrieden damit, wie Politiker*innen ihre Interessen berücksichtigen. Das ergab eine repräsentative Studie der Vodafone-Stiftung im Jahr 2022. Wenn Menschen sich nicht ausreichend repräsentiert fühlen und ihre Meinung mit einem beiläufigen “Ach wie toll! Aber doch bitte nicht jetzt” abgetan wird, entsteht Frustration sowie eine Distanzierung vom demokratischen Prozess. Allerdings brauchen wir begeisterte Demokrat*innen, die sich aktiv für ein vielfältiges, tolerantes und friedliches Miteinander einsetzen.

Viele Städte haben bereits gute Konzepte zur Jugendbeteiligung. Jugendparlamente oder Jugendforen geben Jugendlichen eine Plattform, um sich untereinander auszutauschen sowie ihre Anliegen den Politiker*innen vorzutragen. Doch wer wird durch solche Angebote erreicht? Überwiegend sind es eher privilegierte Jugendliche, die sich bereits für Politik interessieren, sich anderweitig engagieren und Zeit für (kommunalpolitisches) Engagement haben. Die Herausforderung ist weitere Zielgruppen zu erreichen. Um das zu schaffen, braucht es neue Formen der Partizipation mit niederschwelligen Möglichkeiten der Beteiligung! Innovative Konzepte sollen Jugendliche authentisch und selbstwirksam einbinden und über ein Vorschlagsrecht hinausgehen. Nur wenn wir offen gegenüber neuen, unbekannten Formaten bleiben, kann sich unsere Demokratie weiterentwickeln. Dies ist wichtig, denn um auch in Zukunft auf einem lebenswerten und enkeltauglichen Planeten zu leben und eine intakte Demokratie vorzufinden, bedarf es auch der Stimmen derer, die Entscheidungen zwar sehr wohl betreffen, allerdings (noch) nicht treffen dürfen.

Als Ehrenamtliche bei YLCG sehen wir unsere Aufgabe darin, die Stadt/Kommune beim Aufbau eines Jugendhaushalts zu unterstützen. Dabei soll kein Konkurrenzprodukt geschaffen, sondern Verbindungen zu bereits existierenden Formaten in der Stadt erstellt werden. Für die Stadt bietet YLCG den Vorteil, dass sie auf ein fertiges Konzept zurück greifen kann und wir sie sowohl personell als auch mit Knowhow bei der Umsetzung unterstützen. Unser junges Team arbeitet dabei auf Augenhöhe mit den Jugendlichen zusammen, die die Federführung im gesamten Projekt übernehmen werden. So werden sie bestmöglich mit kommunalpolitischen Abläufen vertraut und übernehmen schon früh Verantwortung.

Also, wir suchen nach motivierten Menschen in Kommunen, die ein innovatives Konzept pilotieren wollen, das junge Menschen an der Gestaltung ihrer Stadt beteiligt und sie niederschwellig partizipieren lässt. Du arbeitest in einer Kommune und wünschst dir ein junges, motiviertes Team, das mit dir Jugendbeteiligung neu denkt? Dann melde dich sehr gerne bei uns unter stadt@ylc-germany.de. Damit die Jugend ermutigt wird sich in der Gestaltung ihrer Stadt einzubringen und so Demokratie erlebt!


(Foto: Privat)

Clara Kallich kommt aus Hamburg und studiert dort Politikwissenschaft in Hamburg. Sie hat das Projekt Youth Lead the Change 2019 in Boston kennengelernt und das deutsche Pendant mitgegründet.

(Foto: Privat)

Lucia Ferstl kommt aus der Nähe von Nürnberg und macht derzeit ihr Abitur. Bei YLCG engagiert sie sich seit ca. einem halben Jahr.

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