Mittwoch, 1. Februar 2023

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Jonas Benecke
Jonas Benecke
Jonas Benecke ist Werkstudent beim Behörden Spiegel und unterstützt die Online Redaktion beim Audio- und Videoschnitt, sowie bei Recherchearbeiten und der Vorbereitung von F4p Beiträgen. In seiner Freizeit produziert er gerne Musik und arbeitet an eigenen Remixes.

Einige von uns sind in einer Stadt oder einem Dorf aufgewachsen und haben ihre ganze Kindheit dort verbracht. Für sie ist der Begriff sehr an diesen Ort gebunden. Andere wiederrum hatten nie einen festen Ort, den sie als Heimat bezeichnen würden, weil sie so oft umgezogen sind, dass der Begriff sich bei ihnen nicht mit einem festen Ort, sondern vielmehr mit einem Gefühl verbindet. Weil wir hier normalerweise unsere Gäste zu Wort kommen lassen, möchten wir bei diesem besonderen Thema Heimat auch mal den Blickwinkel ändern und von uns erzählen. Dazu haben wir bei unseren Kolleg*innen nachgefragt, wie sie Heimat für sich definieren und haben als Antwort einige neue Perspektiven auf den Begriff bekommen. Wir haben mal eine – mehr oder weniger – professionelle und wissenschaftliche Auswertung vorgenommen und konnten feststellen, dass die Antworten unserer Mitarbeiter*innen sich grob in drei Kategorien aufteilen lassen. 

Kategorie 1: Definiert Heimat primär über einen Ort/eine Umgebung. 

Viele unserer Kolleg*innen sprachen davon, dass sie sich mit einem bestimmten Stadtteil oder Ort verbunden fühlen und dies für sie Heimat ist, da an diesem viele Erinnerungen haften, die ein besonderes Gefühl erzeugen können. Abgesehen davon spielt auch die optische Erscheinung des Ortes, den man Heimat nennt, eine Rolle. In unserem Bonner Büro hieß es so oftmals, dass nicht zuletzt die Schönheit des Siebengebirges und des Rheins Heimat ausmacht. Denn genau diese Schönheit sorgt dafür, dass man den Ort, an dem man lebt, wertzuschätzen weiß und achtsam mit diesem umgeht. Einige denken aber was den Ort angeht auch größer als Dorf, Stadt oder Region. Ein Kollege antwortete, dass Deutschland als Ganzes für ihn Heimat sei, da er viele Auslandsverwendungen in den USA oder europäischen Ländern hatte und früher ständig auf Dienstreisen war. Somit war es für ihn immer besonders schön, danach in das eigene Land zurückzukehren. Das fing schon am Flughafen an, wenn man wieder die Muttersprache lesen und hören und sich beim Bäcker ein Brötchen kaufen konnte. 

Kategorie 2: Definiert Heimat primär über das soziale Umfeld und bestimmte Personen. 

Für viele Menschen wäre die Antwort auf die Frage, was das Wichtigste im Leben sei, die Familie. Und auch in Bezug auf den Heimatbegriff spielt Familie eine wichtige Rolle. Unsere Kolleg*innen, die so geantwortet haben, könnten sich nicht wohl und heimatlich fühlen, wenn sie wüssten, die Familie ist nicht um sie herum. Für sie ist dabei das Gefühl von Geborgenheit und Vertrautheit ausschlaggebend. Wie wir alle wissen, können aber auch Menschen, die nicht mit einem verwandt sind, zu Familie werden und so hörten wir auch einige Male die Antwort, dass Heimat abhängig von den Freund*innen oder den ehemaligen Klassenkamerad*innen ist, die man bereits Jahrzehnte kennt und mit denen in dieser Zeit genau dasselbe Gefühl von Geborgenheit und Vertrautheit entstanden ist, wie mit der eigenen Familie. Zusätzlich dazu spielen neben Einzelpersonen auch Vereine, die mit Bräuchen und Traditionen (Karnevalsverein, Fußballverein, usw.) verbunden sind, eine Rolle für das Heimatsgefühl. Auch hier ist wieder die Tatsache wichtig, dass man Erinnerungen hat, die man in diesem Fall mit anderen Leuten teilen kann. 

Kategorie 3: Definiert Heimat primär über ein Gefühl/eine Emotion. 

Losgelöst von Ort oder Person hören einige unserer Kolleg*innen nur in sich hinein, wenn sie die Frage beantworten, was für sie Heimat ist, und stellen ihre Gefühle in den Vordergrund. Für sie ist es dabei wichtig, ein wohliges Gefühl und das Gefühl angekommen zu sein zu haben. Außerdem wollen sie sich verwurzelt fühlen und Sicherheit vermittelt bekommen, sei es durch Personen, Orte, Bräuche oder die Möglichkeit eine alltägliche Routine durchzuführen. Das Gefühl von Zuhause sein, was umfasst, dass man entspannen und abschalten kann, ganz egal wo und mit wem, ist für die Mitarbeiter*innen dieser Kategorie essenziell. 

Das ist ein Einblick in die Faktoren, die für unsere Kolleg*innen Heimat ausmachen. Dabei vermischen sich oft auch die Kategorien, jedoch setzt jede*r seine/ihre Schwerpunkte und hat Prioritäten, wenn es darum geht sich daheim zu fühlen.

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