Montag, 22. April 2024

Miteinander – Füreinander – Begegnung schaffen und Generationen verbinden

Deutschland ein Mehrgenerationenhaus

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Im Bundesprogramm Mehrgenerationenhaus. Miteinander – Füreinander werden rund 530 Mehrgenerationenhäuser (MGH) in ganz Deutschland gefördert. Was ist überhaupt ein MGH? Anders als man denken könnte, sind die MGH im Bundesprogramm keine Orte zum Wohnen für unterschiedliche Altersgruppen.

Mehrgenerationenhäuser sind Treffpunkte und offene Anlaufstellen für alle Menschen – egal wie alt sie sind oder woher sie kommen. Hier verbringen die Menschen Zeit zusammen und helfen sich gegenseitig. Sie fördern mit ihren niedrigschwelligen Informations-, Beratungs- und Begegnungsangeboten gezielt das generationenübergreifende Mit- und Füreinander. Das freiwillige Engagement aller Altersgruppen und das nachbarschaftliche Miteinander wird durch die MGH gestärkt. Unterschiedliche Altersgruppen können sich hier treffen, voneinander lernen, aktiv sein und sich für die Gemeinschaft vor Ort stark machen.

In einem MGH wird es nie langweilig. Mit ihren bedarfsorientierten Angeboten und Unterstützungen helfen die Häuser dabei, den vielfältigen Herausforderungen in ihren Kommunen zu begegnen. Hier sind einige Beispiele, was du im MGH machen und erleben kannst:

  • Menschen begegnen

Das Herzstück eines Mehrgenerationenhauses ist der Offene Treff. Alle sind hier willkommen und können zu den jeweiligen Öffnungszeiten vorbeikommen. Hier können sich Menschen aus unterschieldichen Altersgruppen (spontan) treffen und sich austauschen.

  • Sich engagieren

Die vielen Angebote der Mehrgenerationenhäuser sind vor allem dem Einsatz von vielen freiwillig Engagierten zu verdanken. Zahlreiche Menschen engagieren sich in ihrer Freizeit im MGH und tragen zum Erfolg der Häuser bei. Die MGH sind Anlaufstellen für alle, die sich mit ihren Fähigkeiten und Ideen einbringen und für andere da sein wollen.

  • Kreativ sein

Unter fachlicher Anleitung kannst du deine kreativen und handwerklichen Fähigkeiten verbessern – zum Beispiel beim Handarbeiten (wie Stricken oder Häkeln). Es gibt in vielen MGH auch Werkstätten. Hier kannst du lernen wie man ein Fahrrad oder andere Gegenstände repariert. Du kannst Töpfern lernen oder Möbel bauen.

Kunst- und Bastelkurse sind sehr beliebt – egal wie alt man ist. Expert*innen zeigen dir wie man zeichnet oder malt. Es wird gemeinsam gebastelt oder Skulpturen hergestellt. Junge und alte Menschen sind hier gemeinsam aktiv und lernen vorneinander.

  • Unterstützung erhalten

Wenn Menschen Probleme haben, können Sie jederzeit mit ihren Fragen und Sorgen ins MGH kommen. Die Menschen vor Ort geben Hilfestellungen oder zeigen, wo sie Unterstützung erhalten können. Darüber hinaus organisieren MGH Informationsveranstaltungen oder Flyer zu verschiedenen Themen. Das MGH ist für die Menschen da und unterstützt sie in allen Lebenslagen.

Um die vielen Aktivitäten der MGH darstellen zu können, wird jährlich ein Bericht (Benchmarking-Bericht) veröffentlicht. Dort wird die Arbeit der MGH in Zahlen abgebildet. So haben die MGH im Jahr 2022 mit ca. 3.700 hauptamtlich Beschäftigten und knapp 30.000 freiwillig Engagierten über 30.000 Angebote umgesetzt. Damit konnten jeden Tag über 53.000 Menschen erreicht werden. Allein 17.000 davon sind in den Offenen Treffs der MGH zusammengekommen. Der Benchmarking-Bericht enthält Zahlen zu den MGH aus dem vergangenen Jahr. So kann man sich besser vorstellen, wie ein MGH aufgebaut ist und wie viele Menschen die Angebote der MGH nutzen.

Damit die Angebote gut besucht werden, prüft jedes MGH immer wieder die Interessen der Menschen vor Ort. Aus diesen Rückmeldungen werden die Angebote entwickelt und umgesetzt. Auch die Netzwerkarbeit ist ein wichtiger Bestandteil der MGH. Die Häuser arbeiten vernetzt sowohl untereinander als auch mit zahlreichen Kooperationspartner*innen – 2022 waren es über 11.000 – aus Verwaltung, Zivilgesellschaft und freier Wirtschaft, u.a. Schulen, Vereinen, Freizeiteinrichtungen, Jobcenter und Ausbildungsbetrieben zusammen. Auf diese Weise können alle vorneinander lernen und sich gegenseitig unterstützen, um gemeinsam vor Ort gute Angebote für die Menschen zu machen.

Das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) wurde mit der Umsetzung des Bundesprogramms Mehrgenerationenhaus. Miteinander – Füreinander beauftragt. Die Servicestelle des Bundesprogramms im BAFzA übernimmt die Prüfung der jährlichen Förderanträge und Verwendungsnachweise und erstellt die entsprechenden Bewilligungsbescheide. Um weiterhin die Förderung zu erhalten, muss jedes MGH Auflagen erfüllen und seine Arbeit an den inhaltlichen Vorgaben der Förderrichtlinie ausrichten. Dort ist u.a. geregelt, dass sich alle Häuser konsequent an den Bedarfen vor Ort orientieren, dass sie freiwillige Engagement fördern und dazu beitragen, Generationen miteinander zu verbinden.

Das BAFzA prüft, ob alle Auflagen erfüllt werden und ob die Fördergelder für das Bundesporgramm ausgegeben wurden. Neben diesen fördertechnischen Aufgaben übernimmt die Servicestelle im BAFzA auch die fachliche Begleitung der MGH und führt verschiedene digitale und Fachveranstaltungen vor Ort durch, etwa einen jährlichen Fachtag (2022 u.a. mit Marina Weisband und Harald Welzer) sowie Ideenkonferenzen im ganzen Bundesgebiet.

Haben wir dein Interesse geweckt? Möchtest du wissen, ob es ein Mehrgenerationenhaus in deiner Nähe gibt? Dies kannst du ganz einfach auf der Internetseite des Bundesprogramms nachschauen. Dort findest du auch viele weitere Informationen zum Bundesprogramm und zu einzelnen MGH. Das MGH bei dir vor Ort freut sich auf deinen Besuch.


Inna Sokol leitet seit 2016 die Servicestelle des Bundesprogramms im Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben und schätzt ihre Arbeit. Zuvor war sie als Referentin im ESF-Förderbereich tätig. Die Servicestelle ist in zwei Bereiche gegliedert, deren engagierte und motivierte Mitarbeiter*innen die rund 530 Mehrgenerationenhäuser in ihren fachlichen und zuwendungsrechtlichen Belangen unterstützen.

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