Donnerstag, 1. Dezember 2022

Ampelfrau und Ampelmännchen

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Marlies Vossebrecker
Marlies Vossebrecker
Marlies Voßebrecker schreibt zu den Themen Finanzen und Kommunalpolitik. Nach Feierabend findet man sie meistens am Klavier oder bei einem Spaziergang durch die Rheinaue.

Gendergerechte Sprache gewinnt im Alltag zunehmend an Bedeutung und ist aktuell in aller Munde. Aber wie sieht es mit Symbolen aus, wie sie zum Beispiel auf Verkehrsschildern verwendet werden? Zu geschlechtergerechten Abbildungen auf Verkehrsschildern und den Schwierigkeiten bei Anpassungen altbekannter Symbole hat uns das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) einen Überblick gegeben.

Gibt es konkrete Überlegungen, bestimmte Verkehrsschilder für mehr Vielfalt abzuändern, damit sich alle Verkehrsteilnehmer*innen angesprochen fühlen?

Bei der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO), in der die Bedeutung und die Gestaltung von Verkehrszeichen geregelt sind, handelt es sich um eine Rechtsnorm, welche den öffentlichen Verkehr regelt. Rechtsnormen sind eigenverantwortlich und unabhängig vom Geschlecht der Verkehrsteilnehmer*innen zu beachten. Die Frage, ob sich alle Verkehrsteilnehmer*innen bei der Anordnung von Verkehrszeichen angesprochen fühlen, stellt sich danach nicht. Sie gilt im Sinne der Geschlechtergerechtigkeit gleichermaßen für alle.

Die Symbole auf Verkehrsschildern waren in ihrer ursprünglichen Form als Hinweisschilder neutral gedacht. Wird die Debatte um Anpassung bestimmter Schilder jetzt künstlich angefacht oder geht es hierbei um ein gesellschaftlich relevantes Thema?

Die StVO ist Teil des Straßenverkehrsrechts. Das Straßenverkehrsrecht ist eine klassische Materie des Gefahrenabwehrrechts mit insbesondere den Zielen Unfallverhütung, Aufrechterhaltung eines flüssigen Verkehrsablaufs, Gewährleistung der Ordnung im Verkehrsraum und Vermeidung von Umweltbeeinträchtigungen. Ziel von Verkehrszeichen ist, eine eindeutige Aussage zu treffen und schnell auf den ersten Blick für jede*n erkennbar und verständlich zu sein. An diesen Zielen haben sich auch die Sinnbilder in Verkehrszeichen zu orientieren.

Welche Gefahren sehen Sie, wenn durch Anpassung der Verkehrsschilder künftig viele unterschiedliche Motive für ein und dasselbe Hinweisschild parallel existieren?

Verkehrszeichen gibt es schon sehr lange, und Verkehrsteilnehmer*innen erfassen die Bedeutung der sie betreffenden Zeichen auch aufgrund deren gleichbleibenden Aussehens schnell. So können Unfälle vermieden und ein geordneter Straßenverkehr sichergestellt werden. Würde man die abgebildeten Symbole (Personen) ändern, besteht die Gefahr, dass Verkehrsteilnehmer*innen, dies auch mit einer Änderung der Vorschriften gleichsetzen und deren Bedeutung nicht mehr sofort erfassen. Zu beachten ist auch, dass die Sinnbilder auch für Verkehrsteilnehmer*innen aus dem Ausland leicht erkennbar sind. Dies setzt ein gewisses Maß an Vergleichbarkeit voraus.

Gibt es aktuell von politischer Seite konkrete Pläne zu Gesetzesentwürfen, um auf Straßenverkehrsschildern geschlechtergerechte Darstellungen abzubilden?

Symbole in Verkehrszeichen werden, wenn dies im Interesse der Verkehrssicherheit und zur Sicherstellung eines reibungslosen Verkehrsablaufs erforderlich ist, optimiert und weiterentwickelt. Bei der Gestaltung von Verkehrszeichen kommen bereits zunehmend geschlechtsneutrale Symbole zum Einsatz.


(Foto: BMDV)

Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) mit Hauptsitz in Berlin ist für die Infrastruktur in Deutschland zuständig. Zu seinen Aufgaben gehören auch Modernisierungsmaßnahmen zur Sicherheit der Verkehrsteilnehmer*innen.

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